Was ist Amazon FBA und wie funktioniert es? – Die Erklärung

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Was ist Amazon FBA? Das Kürzel FBA steht für Fulfillment by Amazon, was übersetzt nichts anderes als Abwicklung durch Amazon bedeutet.

Dass heißt Amazon übernimmt für dich oder dein Unternehmen die gesamte logistische Auftragsabwicklung. Diese beinhaltet die Lagerung in Amazons Logistikzentren, den Versand, die Retouren und die Kundenbetreuung.

Du als Händler hast also keinen physischen Kontakt mehr zu deinen Produkten, wenn du diese über Amazon verkaufst und den FBA-Service nutzt.

Amazon FBA Erklärt

Der Vorteil von Amazon FBA ist, dass sich Unternehmer nicht um die logistischen Aufgaben kümmern müssen und sich vollständig auf das Wachstum ihres Unternehmens konzentrieren können.

Um ein Geschäft auf Amazon aufzubauen, stehen dir Amazon Tools wie Helium 10 zur Verfügung.

Helium 10 ist das mit Abstand beste Amazon Tool auf dem Markt. Du kannst es hier zum halben Preis nutzen:

Wie funktioniert Amazon FBA?

Als erstes sendest du deine Ware an ein Amazon-Logistikzentrum (Amazon-Fulfillment-Center). 

Wenn du nicht bereits ein E-Commerce-Unternehmen betreibst, sondern als reiner Amazon-Händler agierst, lässt du deine Ware im Normalfall direkt von deinem Hersteller aus an eines der Logistikzentren liefern.

Wenn Kunden eines deiner Produkte über Amazon kaufen, dann entnehmen Amazon-Mitarbeiter dieses Produkt dem Lagerbestand des Fulfillment-Centers, verpacken es und versenden es an den Kunden.

Um die Rücksendungen und den Kundenservice kümmert sich ebenfalls Amazon.

Für den FBA-Service musst du Amazon-Gebühren bezahlen. Wie hoch diese Gebühren genau sind, kannst du im Amazon Seller Central hier oder in diesem Artikel über Amazon FBA Gebühren nachlesen.

Hier findest du eine Übersicht der wesentlichen Gebühren:

  • Amazon Seller Account - 39€ pro Monat oder 1€ pro Verkauf
  • Vermittlungsgebühren - zwischen 7% und 15% pro Verkauf
  • Versandgebühren - abhängig von Gewicht und Maß (zur Kalkulation)
  • Lagergebühren - Sommer: 26€ pro Kubikmeter, Winter: 36€ pro Kubikmeter

Hinzu kommen spezielle Gebühren bei einer Rückerstattung und optionale Servicegebühren (Gebühren für den Verkauf von Medienartikeln oder das Einstellen großer Angebotsmengen).

Selbst wenn du deine Produkte über Amazon verkaufst und den Versand selbst übernimmst, musst du Gebühren bezahlen. In diesem Fall agierst du als FBM-Verkäufer.

Die folgende Abbildung zeigt den Unterschied der Gebühren:

Amazon FBA and FBM Fees

Wie man erkennen kann, müssen FBM-Verkäufer ebenfalls Vermittlungsgebühren, Rückerstattungsgebühren und Gebühren für den Amazon Seller Account bezahlen. Versandgebühren und Lagergebühren entfallen für den FBM-Verkäufer.

FBM-Verkäufer müssen jedoch ihre eigenen Lagerbestände halten und haben daher ihre eigenen Lagerkosten. Das Gleiche gilt für den Versand.

Vorteile von Amazon FBA

Die Vorteile von Amazon FBA für Unternehmer liegen auf der Hand. Mehr Zeit für das Wesentliche – weniger Zeitaufwand für administrative Aufgaben.

Hier sind die wesentlichen Vorteile von Amazon FBA aufgelistet:

Mehr Zeit für Marketing

MerchbyAmazonPromotion

Als Onlinehändler musst du dich nicht mehr um die logistischen Aufgaben kümmern und kannst dich voll und ganz auf das Wachstum deines Unternehmens konzentrieren.

Amazon Seller Tools

Für den Aufbau deines Unternehmens helfen dir Amazon Tools wie Helium 10.

Rocket Launch Isometric

Diese Tools geben dir einen genauen Überblick über dein Markt- und Wettbewerbsumfeld und helfen dir, deine Sichtbarkeit auf Amazon und damit deinen Umsatz zu steigern.

Helium 10 ist das mit Abstand beste Tool auf dem Markt. Du kannst es hier zu einem Rabatt von 50% nutzen.

Kein eigenes Warenlager

Für den reinen Onlinehändler hat der FBA-Service aber noch einen viel wichtigeren Vorteil. Man benötigt nämlich kein eigenes Warenlager, da die Produkte direkt an ein Amazon-Fulfillment-Center geliefert werden.

Storage

Amazon hat Logistikzentren auf der ganzen Welt, derzeit 17 davon in Deutschland.

Das spart natürlich einiges an Kosten und ermöglicht es im Prinzip jedem, seine eigenen Produkte über Amazon zu verkaufen und sich ein eigenes Online-Business aufzubauen.

Kunden existieren bereits

Ein weiterer wichtiger Vorteil von Amazon FBA ist, dass der Traffic (=Besucher einer Website) auf Amazon schon gegeben ist.

Im September 2020 hatte beispielsweise alleine Amazon.com rund 2.44 Milliarden Websitenbesuche. Es handelt sich bei dieser Zahl nicht um die Anzahl der einzelnen Besucher, sondern um die Gesamtheit der Websitenbesuche.

Hold Money in Hands

Das heißt, potenzielle Kunden befinden sich schon auf Amazon.com, Amazon.de, und allen anderen Amazon-Marktplätzen. Baut man sich einen eigenen Online-Shop auf, muss man viel Zeit, Energie und Geld in Suchmaschinenoptimierung und andere Online-Marketing-Aktivitäten stecken. 

Bedenke aber - wenn du deine Produkte auf Amazon verkaufen willst, musst du am Anfang ebenfalls Geld für Werbung ausgeben und langfristig in Suchmaschinenoptimierung auf Amazon investieren.

Des Weiteren ist erwähnenswert, dass 59% der 16-36-Jährigen vor jeder anderen E-Commerce-Website auf Amazon gehen, um nach Produkten zu suchen.

Amazon Prime

Hinzu kommt, dass du deine Produkte über Amazon Prime verkaufen kannst. Amazon Kunden kennen den unglaublich schnellen und kostenlosen Prime-Versand.

Number Prime Subscribers

Prime-Kunden aus den USA geben bis zu 4,6x mehr auf Amazon aus als Nicht-Prime-Kunden. Außerdem liegt bei Nicht-Prime-Kunden die Conversion-Rate im Schnitt bei 13%, bei Prime-Kunden bei 74%

Wenn du also über Amazon Prime verkaufst, dann wird sich deine Conversion-Rate erheblich erhöhen und deine Umsätze werden steigen.

Nachteile von Amazon FBA

Gebühren

Eines der größten Nachteile, wenn du das FBA-Programm nutzt, sind die Gebühren. Diese teilen sich grob wie folgt auf:

  • Vermittlungsgebühren
  • Gebühren für Amazon Seller Account
  • Gebühren für den Versand
  • Gebühren für Nutzung Amazon-Lager

… dazu kommen noch weitere spezielle Gebühren für spezielle Produkte.

Am besten schaust du dir diesen ausführlichen Leitfaden über alle Amazon FBA Gebühren an.

Keine eigenen Kunden

Ebenfalls ein großer Nachteil ist, dass du keine eigenen Kunden hast. Die Kunden, die auf Amazon Produkte bestellen, sind in erster Linie Amazons Kunden.

Keine Markenbekanntheit

Dieser Punkt ergibt sich aus dem Vorhergehenden. Da nur Amazon wirkliche Kunden hat und dein Unternehmen nicht, können Kunden dein Unternehmen überhaupt nicht kennenlernen, was zu einer schwachen Markenbekanntheit führt.

Allerdings hat Amazon mit Brand Registry und Amazon Storefronts diesem Problem entgegengewirkt. Unternehmen können nun ihre eigene Storefront auf Amazon erstellen und damit ihr Unternehmen promoten.

Amazon als Konkurrenz

Ebenfalls ein sehr großes Problem ist die Konkurrenz zu Amazon. Amazon weiss genau, welche Produkte sich verkaufen und was die Probleme von Produkten sind. Außerdem entscheidet schlussendlich Amazon, welches Produkt sich am besten verkauft. 

Diesen Punkt sollte man auf jeden Fall bedenken, wenn man ein Amazon FBA Business starten will.

Lohnt sich Amazon FBA für mich?

Wenn du dich fragst, ob es sich lohnt, angesichts der steigenden Konkurrenz auf Amazon zu verkaufen, dann lies dir diesen Artikel durch.

Wenn du bereits ein E-Commerce Unternehmen hast, dann solltest du die Gewinnmarge deiner Produkte herausfinden. Du solltest prüfen, ob eine eigenständige Lagerhaltung und ein eigenständiger Versand nicht günstiger für dein Geschäft ist. 

Grundsätzlich ist der Verkauf von Produkten mit hohen Margen über Amazon besser. Wenn du Produkte mit sehr geringen Margen verkaufen möchtest, solltest du sehr genau bei der Kalkulation sein.

So überprüfst du die Marge der Produkte, die du auf Amazon verkaufen möchtest:

1. Melde dich kostenlos bei Helium 10 an

2. Lade Helium 10's Chrome Extension herunter

3. Wähle ein Produkt aus

Amazon Dashboard

4. Überprüfe deine Gewinnspanne (Trage alle fehlenden Daten ein)

Profitability Calculator

5. Stelle sicher, dass deine Marge über 10% liegt

Halte dich von Produkten mit geringen Margen fern. Es können immer unvorhersehbare Kosten entstehen. Du musst sicherstellen, dass du diese Kosten mit deinen Gewinnen decken kannst.

Wie viel kostet Amazon FBA?

Um mit Amazon FBA zu starten, benötigst du in der Regel ein Startkapital von mindestens 1.500 €.

Die Kosten setzen sich grob aus folgenden Faktoren zusammen:

  • Gewerbeanmeldung (durchschnittlich 30€)
  • Amazon Seller Tools (mindestens Jungle Scout für ca. 30€)
  • Sample (durchschnittlich 50€)
  • EAN Nummern (durchschnittlich 55€)
  • Produktbestellung (durchschnittlich 1000€)
  • Versandkosten (durchschnittlich 400€)
  • Zoll (3% - 12%)
  • Einfuhrumsatzsteuer (19%)
  • Werbung (150€)

Die Einfuhrumsatzsteuer kannst du allerdings am Ende des Jahres beim Finanzamt geltend machen und dein Geld zurückholen.

Natürlich kannst du auch weniger ausgeben, wenn du auf Amazon verkaufen willst, allerdings wird es dann immer komplizierter, einen passenden Lieferanten zu finden.

Hier ist ein Video von Lukas Mankow über die Kostenaufteilung eines Amazon FBA Produkts:

Lukas Mankow über Kostenaufteilung

Außerdem ist es von Vorteil, sich auf die Kosten pro Stück zu konzentrieren, anstatt auf die Gesamtkosten. Eine kleine Bestellmenge resultiert in der Regel in hohen Kosten pro Stück. Eine große Bestellmenge führt zu niedrigen Kosten pro Stück.

Fazit

Wie geht es weiter?

Wenn du Interesse an Amazon FBA hast und auf Amazon verkaufen möchtest, dann sind folgende Artikel für dich spannend:

Falls du noch weitere Fragen hast, dann schreib uns einfach eine Email oder beginne eine Diskussion unter diesem Beitrag.

FAQ

Ist man mit FBA nicht von Amazon abhängig?

Doch. Mit FBA ist man von Amazon abhängig. Wenn du ausschließlich auf Amazon verkaufst, bekommst du deine Kunden nur über Amazon.

Allerdings gibt es bei jedem Geschäftsmodell Abhängigkeiten. Wer seine Produkte beispielsweise über den eigenen Online-Shop verkauft, ist zu einem großen Teil von Google oder Social Media abhängig.

Eine gute Lösung ist es, verschiedene Sales Channels aufzubauen. Du kannst deine Produkte beispielsweise über Amazon und deinen eigenen Online-Shop verkaufen.

Außerdem muss die Abhängigkeit von Amazon nicht unbedingt negativ sein. Im Prinzip sendet dir Amazon ebenso “kostenlosen” Traffic.

Entstehen keine Preiskämpfe in den Nischen?

Doch. Natürlich entstehen in den Nischen Preiskämpfe. In jedem Markt können Preiskämpfe entstehen. 

Aber wenn dein Produkt besser ist als das deiner Konkurrenten, werden Kunden bereit sein, mehr für dein Produkt zu bezahlen. Aus diesem Grund solltest du ein Produkt mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal verkaufen.

Werden uns chinesische Billiganbieter den Markt kaputtmachen?

Dieser Fall ist eher unwahrscheinlich. Amazon legt einen großen Wert auf die Kundenzufriedenheit und deshalb auch auf die Produktqualität.

Die Anzahl der Händler macht es Amazon natürlich schwer, qualitativ schlechte Händler herauszufiltern. Amazon ist jedoch zunehmend hinter diesem Problem hinterher.

Lohnt sich Amazon FBA?

Ja, Amazon FBA lohnt sich. Allerdings sollte keiner denken, dass man mit Amazon FBA schnell Geld verdienen kann.

Im Gegenteil: Jeder, der auf Amazon verkaufen will, muss als erstes Geld investieren.

Mit dem richtigen Produkt und der richtigen Umsetzung kann man erfolgreich auf der Plattform verkaufen. Andererseits kannst du auch Verluste einfahren – diese beschränken sich bei Amazon FBA allerdings auf ein Minimum.

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