Amazon FBA anmelden: Dein Gewerbe in 4 Schritten anmelden

Bevor du Amazon Produkte verkaufen kannst, muss ein Gewerbeschein abgegeben werden und eine Anmeldung als offizieller Gewerbetreibender vorliegen. Wer kein Gewerbe anmeldet, muss nach dem Bundesministerium für Wirtschaft und Umwelt mit Bußgeldern rechnen.

Außerdem benötigst du eine Gewerbeanmeldung, um ein Amazon Verkäuferkonto im Amazon Seller Central erstellen zu können. Nutzt du schon davor Amazon Tools wie Helium 10, dann solltest du die Rechnungen aufbewahren. Diese Ausgaben kannst du später steuerlich geltend machen.

Du kannst Helium 10 hier mit einem Rabatt von 20% auf sechs ganze Monate nutzen. Es ist eines der besten Tools auf dem Markt:

Die Gewerbeanmeldung selbst ist in den meisten Fällen schnell erledigt. Nach der Gewerbeanmeldung folgen jedoch weitere Formalitäten, zum Beispiel die Anmeldung bei der Handelskammer oder die steuerliche Erfassung.

Es empfiehlt sich also, sich recht früh um die Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit zu kümmern und die ersten Schritte auf dem Weg in die Selbständigkeit zu gehen.

Amazon FBA Gewerbe anmelden: Schritt-für-Schritt

Schritt 1: Recherche der passenden Rechtsform

Der Prozess beginnt mit der Auswahl der passenden Rechtsform. Folgende Möglichkeiten sind für die Anmeldung eines FBA Gewerbes geeignet:

  • Einzelunternehmen Kaufmann/Kleingewerbetreibender
  • GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung
  • UG – Unternehmensgesellschaft
  • OHG – Offene Handelsgesellschaft

Wenn du dich als Amazon Verkäufer anmeldest, dann können die Bezeichnungen der Unternehmensformen teilweise verwirrend sein. Generell gilt, dass ein Unternehmen im Privatbesitz eine GmbH, UG oder ähnliches darstellt. 

Wenn du ein Kleingewerbetreibender oder ein Einzelunternehmer (von der Form Kaufmann) bist, dann solltest du immer die Option Einzelunternehmer wählen.

Doch welche Rechtsform eignet sich für angehende Amazon FBA Händler am besten? Da die Frage nach der richtigen Rechtsform nicht so einfach zu beantworten ist, müssen zunächst die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden.

Rechtsform Einzelunternehmen

Rechtsformen für Unternehmen

Das Einzelunternehmen ist eine der beliebtesten Varianten, wenn es um die Anmeldung eines FBA Gewerbes geht. Die Gründung benötigt nicht viel Zeit, ist unkompliziert und lässt sich auch mit ambitionierten Zielen verbinden. Man unterscheidet folgende Kategorien des Einzelunternehmers:

  • Kleingewerbetreibender
  • Kaufmann 

Als Kleingewerbetreibender gilt man, solange der Umsatz im Gründungsjahr 22.000 Euro nicht übersteigt und im aktuellen Jahr 50.000 Euro nicht übersteigt. 

Übersteigt der Umsatz im aktuellen Jahr 22.000 Euro, ist die Kleinunternehmer-Regelung ab dem dritten Jahr nicht mehr gültig und man unterliegt dem Regelsteuersatz.

Vorteilhaft bei dieser Einstufung ist, dass man als Kleingewerbetreibender keine Umsatzsteuer abführen muss und der Eintrag ins Handelsregister keine Pflicht ist. Allerdings kann man auch keine Vorsteuer geltend machen. 

Man kann sich ebenfalls freiwillig im Handelsregister eintragen, verliert jedoch dann die steuerlichen Vorteile des Kleingewerbetreibenden. 

Als Kleingewerbetreibender genießt man weiterhin den Vorteil des niedrigeren Buchhaltungsaufwands. Man muss keine doppelte Buchhaltung führen, eine einfache Gewinn-und-Verlust-Rechnung (Einnahmen-Ausgaben) reicht aus.

Erzielt man in einem Kalenderjahr mehr Umsatz als 22.000 Euro, dann wird man als Kaufmann eingestuft.

Für diesen ist ein Eintrag in das Handelsregister und eine Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK) notwendig. 

Ein Vorteil des Einzelgewerbes ist, dass erst ab 24.500 Euro Gewinn pro Jahr Gewerbesteuern gezahlt werden müssen. Für Privatpersonen existiert also ein Freibetrag, den es in dieser Art bei anderen Rechtsformen nicht gibt. 

Nachteilig werden bei Einzelunternehmen die steuerliche Aspekte, sobald man mehr verdient. Der Gewinn wird nämlich ganz normal wie ein Einkommen besteuert, weshalb man schnell den Höchststeuersatz zahlen muss. 

Das resultiert in einem Steuernachteil gegenüber anderen Gesellschaftsformen ab einem Gewinn von ca. 50.000 Euro.

Wenn du schon ein Einzelunternehmen hast und einen Umsatz in dieser Höhe erwirtschaftest, solltest du dich auf jeden Fall bei einem Steuerberater informieren, ob nicht ein Übergang in eine Kapitalgesellschaft sinnvoller wäre. Weitere Informationen zu den Amazon FBA Steuern findest du hier: Amazon FBA Steuern: Das solltest du als Seller wissen

Allerdings wird bei Einzelunternehmern und bei Personengesellschaften das 3,8 fache des Gewerbesteuermessbetrags auf die Einkommensteuer angerechnet (bis zur maximalen tatsächlich gezahlten Gewerbesteuer). 

Das größte Risiko geht allerdings von der Privathaftung aus. Als Einzelunternehmer haftet man zu hundert Prozent mit seinem Privatvermögen, weshalb bei Zahlungsunfähigkeit auch das eigene Haus und das eigene Auto eingezogen werden können.

Wenn man Produkte über den Amazon Marktplatz verkauft und dafür Produkte von einem nicht-europäischen Hersteller importiert, gilt man selbst als Hersteller dieses Produkts. 

Im Falle eines Unfalls wird man als Hersteller verantwortlich gemacht. Um diesem Risiko aus dem Weg zu gehen, kann man Produkte aus Europa beziehen, da in diesem Fall der tatsächliche Hersteller die Haftung übernimmt. 

Oder aber man dämmt die Risiken durch eine Betriebshaftpflichtversicherung oder eine Produkthaftpflichtversicherung ein.

Zusammenfassung Einzelunternehmen:

  • Schnelle und günstige Gründung
  • Wenig bürokratischer Aufwand
  • Freigrenze für Gewerbesteuer bis zu 24.500 Euro
  • Private Haftung
  • Einkommensteuer auf Gewinn

Rechtsform GmbH

Besteuerung einer GmbH

Die Abkürzung GmbH steht für Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Voraussetzung für die Gründung dieser Rechtsform ist ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro, von dem aber nur die Hälfte zum Zeitpunkt der Gründung einbezahlt werden muss.

Das Stammkapital kann dabei für geschäftliche Handlungen wie beispielsweise dem Kauf von Waren genutzt werden. Die GmbH muss mindestens einen Geschäftsführer haben, der die Geschäfte der Gesellschaft führt und sie nach außen vertritt.

Das beurkundungspflichtige Musterprotokoll fasst drei Dokumente (Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste) in einem zusammen. Der Gesellschaftsvertrag oder das Musterprotokoll müssen notariell beurkundet werden. Der Notar leitet den Vertrag an das Handelsregister weiter.

Für den Notar, sowie für die Eintragung im Handelsregister fallen zusätzliche Kosten an. Zudem muss man bei einer GmbH die laufenden jährlichen Kosten berücksichtigen, die nicht zu unterschätzen sind (ca. 1800€ pro Jahr).

Ein großer Vorteil ist – wie der Name schon verrät – die begrenzte Haftung. Gegenüber Gläubigern haftet die GmbH nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Im Falle einer Produkthaftung bleibt das private Vermögen daher unberührt.

Zusammenfassung Rechtsform GmbH:

  • Haftungsbeschränkung
  • Hohe bürokratische Kosten
  • Hoher Gründungsaufwand
  • Fixer prozentualer Steuersatz

Rechtsform UG

Besteuerung einer UG

Die Unternehmensgesellschaft (UG) wird oft als Mini GmbH oder Ein-Euro-GmbH bezeichnet. Seit 2008 ermöglicht es diese Rechtsform, Selbstständigkeit mit Haftungsbeschränkung und einem Stammkapital von 1 Euro zu kombinieren.

Zur GmbH unterscheidet sich die UG in dem benötigten Startkapital – bereits 1 € reicht für die Gründung einer UG aus. Allerdings ist bei einer UG im Gegensatz zur GmbH keine Gründung mit Sachanlagen (Maschinen und anderes Anlagevermögen) möglich.

Dafür sind die bürokratischen Hürden um einiges niedriger, wodurch die Gründungskosten ebenfalls niedriger ausfallen. Man muss allerdings 25% des Gewinns zurücklegen, bis das für eine GmbH benötigte Stammkapital erreicht ist. Dann wird die UG in eine GmbH umgewandelt.

Ein großer Vorteil ist also die Haftungsbeschränkung der UG. Wenn Forderungen von Gläubigern ausstehen, ist die Haftung lediglich auf das Stammkapital beschränkt.

Auch besteht bei der UG die Pflicht zur doppelten Buchführung, welche zeit- und kostenaufwendig ist. Falls ein Überschuss erzielt wird, wird dieser mit einem fixen Prozentsatz besteuert.

Nachteilig an dieser Rechtsform ist, dass kein Gewerbesteuerfreibetrag existiert und dass Änderungen an der Struktur dieser Rechtsform stets notariell beurkundet werden müssen.

Zusammenfassung Rechtsform UG:

  • Wenig Startkapital erforderlich
  • Haftungsbeschränkung
  • Wenig bürokratischer Aufwand
  • Fixer prozentualer Steuersatz

Rechtsform OHG

Besteuerung einer OHG

Möchte man gemeinsam mit einem Geschäftspartner Handel auf Amazon betreiben und keine GmbH oder UG gründen, so eignet sich dafür die Offene Handelsgesellschaft (OHG). Dies ist ein Rechtsform für Kaufleute, die sich gemeinsam selbstständig machen wollen.

Das wichtigste Kennzeichen der OHG ist die persönliche Haftung: Jeder Gesellschafter haftet unbeschränkt mit seinem persönlichen Vermögen für Schulden der OHG, z.B. für Steuerschulden.

Die OHG zählt zu den Personenhandelsgesellschaften und wird über einen Notar beim zuständigen Amtsgericht im Handelsregister eingetragen. Der Eintrag im Handelsregister ist gesetzlich vorgeschrieben.

Bei dieser Rechtsform besteht die Pflicht zur doppelten Buchführung samt Jahresabschluss und Gewinn- und Verlustrechnung. Die offene Handelsgesellschaft muss alle drei Monate die auf dem Gewinn basierende Gewerbesteuer abführen.

Außerdem muss die Umsatzsteuer an das Finanzamt bezahlt werden. Jeder einzelne Gesellschafter muss die Einkommensteuer für seinen Gewinnanteil entrichten.

Zusammenfassung Rechtsform OHG

  • Gründung mit Geschäftspartner möglich
  • Wenig bürokratischer Aufwand
  • Private Haftung
  • Einkommensteuer auf Gewinnanteil

Schritt 2: Auswahl der passenden Rechtsform

Welche Rechtsform sich am besten für ein Geschäft auf Amazon eignet, kann man nicht einheitlich beantworten. Je nach Risikobereitschaft und zur Verfügung stehendem Kapital bieten sich unterschiedliche Rechtsformen an.

Möchte man direkt loslegen und hat kein besonders großes Startkapital, dann empfiehlt sich die Gründung eines Einzelunternehmens. Gerade am Anfang sind die Vorteile dieser Rechtsform nicht zu vernachlässigen.

Während du bei einer Gewerbeanmeldung als Einzelunternehmen innerhalb kurzer Zeit starten kannst, dauert die Gründung einer Kapitalgesellschaft viel länger und du benötigst viel mehr Kapital.

Wenn du jedoch die Privathaftung in jedem Falle ausschließen möchtest, empfiehlt sich die Gründung einer Kapitalgesellschaft. Je nach verfügbaren Kapital kommt dafür entweder eine UG oder eine GmbH infrage.

Generell gilt:

  • (Geringes Kapital) & alleine tätig: Einzelunternehmer
  • (Geringes Kapital) & Geschäftspartner: OHG
  • Hohes Startkapital/mehrere Mitarbeiter/mehrere Geschäftspartner: Kapitalgesellschaft

Für die meisten dürfte die Anmeldung eines Einzelunternehmens interessant sein, da dies die einfachste, schnellste und kostengünstigste Methode ist. Aus diesem Grund werden wir im Folgenden auf die Anmeldung eines Einzelunternehmens für dein Geschäft auf Amazon eingehen.

Schritt 3: Amazon FBA Gewerbe anmelden

Im Grunde genommen hat die Gewerbeanmeldung an dem Zeitpunkt zu erfolgen, ab dem einer selbstständigen Tätigkeit auf eigener Rechnung nachgegangen wird.

Sobald die Gewerbeanmeldung vorgenommen wurde und der Gewerbeschein erteilt wurde, kann mit der Geschäftstätigkeit begonnen werden. Der Gewerbeschein ist die amtliche Bestätigung, nach erfolgter Anmeldung ein Gewerbe betreiben zu dürfen.

Kosten für Gewerbeanmeldung

Der formale Akt der Gewerbeanmeldung beginnt also beim zuständigen Gewerbeamt mit der Beantragung des Gewerbescheins. Die Gebühren werden übrigens von jedem Amt unterschiedlich festgelegt, sodass mit Kosten zwischen 20 und 70 Euro gerechnet werden kann.

Konkretes ist beim zuständigen Gewerbeamt in Erfahrung zu bringen, es gibt keine bundesweit einheitlichen Gebühren. Betreibt man bereits ein Gewerbe, so kann man eine Gewerbe-Ummeldung beantragen. Diese ist in der Regel mit 10 bis 20 Euro deutlich günstiger.

Zusatzkosten im Rahmen der Anmeldung können durch die notwendige Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, eines Auszuges aus dem Gewerbezentralregister (je ca. 13 Euro) oder die Vorlage einer Handwerks-/Gewerbekarte (ca. 80 bis 250 Euro) anfallen.

Zu beachten ist, dass es sich beim Gewerbeschein um eine unerlässliche Grundvoraussetzung handelt. Wer ohne eine Gewerbeanmeldung Geschäfte betreibt, riskiert ein Bußgeld und mitunter hohe Nachzahlungen.

Notwendige Dokumente für Gewerbeanmeldung

Um den Gewerbeschein zu erhalten, sind im Anmeldeformular sowohl persönliche als auch betriebliche Details anzugeben.

So muss u.a. der Umfang der gewerblichen Tätigkeit möglichst exakt angegeben werden. Allzu eng sollten die Formulierungen für den angestrebten Gewerbeschein aber nicht gewählt werden, um sich keine zukünftigen Handlungsspielräume zu verbauen.

Als Amazon Händler könnte diese zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

„Verkauf von Produkten über Online-Marktplätze, Import, Export und Handel mit Waren aller Art.“

Ob diese Bezeichnung allerdings von deinem Gewerbeamt akzeptiert wird ist vom Gewerbeamt abhängig. Es kann aber auch sein, dass du aufgefordert wirst deine Tätigkeit noch detaillierter zu beschreiben.

Wichtig: Sobald du auch Tätigkeiten ausführst die über die eingetragene Beschreibung hinausgehen, musst du dies nachtragen lassen.

In vielen Fällen der gewerblichen Tätigkeit reicht es aus, neben dem Formular zur Gewerbeanmeldung ein Führungszeugnis und einen Zentralregisterauszug einzureichen.

Anhand dieser Dokumente soll die persönliche Eignung des Antragstellers für einen Gewerbeschein beurteilt werden.

Die Gewerbeanmeldung an sich ist sehr einfach und kein großer Aufwand. Nach der Anmeldung musst du aber in den darauffolgenden Wochen oft noch einige Dokumente ausfüllen, die du von verschiedenen Ämtern erhältst.

Du erhältst einen kleinen Fragebogen, den du ausfüllen musst, wobei du diesen Fragebogen in den meisten Fällen auch auf der Website deines zuständigen Gewerbeamts herunterladen und dann via E-Mail den zuständigen Beamten schicken kannst.

Nach der erfolgreichen Beantragung gilt der Gewerbeschein dauerhaft, also ohne zeitliche Begrenzung.

Sobald das Gewerbe angemeldet und der Gewerbeschein erteilt ist, wird das Gewerbeamt automatisch das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft (zwecks Unfallversicherung), die IHK, das Gewerbeaufsichtsamt und das Amtsgericht für einen Eintrag in das Handelsregister informieren.

EORI-Nummer

Falls du vor hast, als Amazon Verkäufer Waren aus dem Ausland zu importieren, solltest du zusätzlich eine EORI-Nummer (Economic Operators‘ Registration and Identification) beantragen.

Diese Identifikationsnummer dient der Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten und erleichtert die Zollabfertigung. Durch die Angabe der EORI-Nummer bei Importen aus dem Ausland erhält der Zoll deine Handelsdaten und kann deine Lieferung schneller freigeben.

Die EORI-Nummer wird dem Hersteller deiner eigenen Produkte bei der Bestellung angegeben. Dieser druckt die EORI-Nummer anschließend mit auf den Lieferschein und deine Bestellung kann problemlos durchgestellt werden.

Die EORI-Nummer kannst du hier beantragen (für die Beantragung ist es hilfreich, wenn du bereits deine Steuernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Umsatzsteuer ID) hast).

Zusammenfassung / Checkliste Gewerbeschein

  • Das Formular zur Gewerbeanmeldung ist gewissenhaft auszufüllen und beim Gewerbeamt einzureichen.
  • Die Kosten für diesen Verwaltungsakt variieren von Gemeinde zu Gemeinde.
  • Dieser Antrag wird vom zuständigen Sachbearbeiter mit einem Stempel versehen und unterschrieben. Er fungiert dann als Gewerbeschein, also als Beleg für die erfolgreiche offizielle Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit.
  • Bei der Anmeldung des Gewerbes muss die Identität geprüft werden (gültiger Personalausweis oder Reisepass erforderlich!)
  • Eignung des Antragstellers: Neben einem polizeilichen Führungszeugnis sind auch Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom zuständigen Finanzamt ggf. einzureichen
  • Sofern ein Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist, so muss auch dem Gewerbeamt ein dementsprechender Auszug vorgelegt werden.
  • Antragsteller, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben, müssen für den Gewerbeschein auch eine Aufenthaltsgenehmigung vorlegen

Schritt 4: Steuern zahlen

Die Gewerbesteuer wird auf Grundlage des Gewerbeertrags bemessen. Der Gewerbeetrag ist der nach Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuerrecht zu bestimmende Gewinn.

Die darauf anfallenden Steuern unterscheidet sich je nach Region. In strukturschwachen Regionen ist der Gewerbesteuerhebesatz nämlich immer etwas niedriger, um neue Unternehmen anzulocken.

In strukturstarken Regionen wie z.B. Frankfurt, München, Hamburg oder Berlin hingegen ist dieser natürlich entsprechend hoch. In der Regel liegt der Gewerbesteuerhebesatz bei 200% bis 600%. Hier findest du eine Übersicht der verschiedenen Hebesätze in Deutschland.

Hier ist ein Beispiel der Berechnung der Gewerbesteuer:

  • Gewinn: 100.000 Euro
  • Freibetrag: 24.500 Euro
  • Gewerbeertrag: 100.000 Euro – 24.500 Euro = 75.500 Euro
  • Gewerbesteuermessbetrag: 75.500 x 3,5/100 = 2642.5 Euro
  • Zu zahlende Gewerbesteuer: 2642.5 Euro x 3.0 (300 Prozent Hebesatz) = 7927.5 Euro

Neben der Gewerbesteuer musst du die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer bezahlen. Die Umsatzsteuer beträgt in Deutschland grundsätzlich 19%. Die Einkommensteuer wird folgendermaßen berechnet:

Zu versteuerndes Einkommen x Einkommensteuersatz = Einkommensteuer

Da die manuelle Berechnung der Einkommensteuer relativ kompliziert ist, gibt es einen Einkommensteuer-Rechner des Bundesministeriums für Finanzen.

Neben den steuerlichen Aspekten fallen natürlich auch noch andere Kosten (Steuern, Zölle, etc.) an.

Ob sich der Verkauf eines Produktes lohnt, lässt sich mit dem AMZScout Calculator bestimmen.

Weitere Informationen zu den Amazon FBA Steuern findest du hier: Amazon FBA Steuern

Fazit

Es ist also möglich, auch ohne Eintrag in das Handelsregister als Kleingewerbetreibende ein Amazon FBA Business aufzubauen.

Dabei wird für natürliche Personen und Personengesellschaften ein Freibetrag für die Gewerbesteuer von 24.500 € gewährt.

In jedem Falle muss allerdings ein Gewerbeschein beim Gewerbeamt beantragt werden, um rechtmäßig Handel betreiben zu dürfen.

Sobald das Gewerbe angemeldet wurde, kann der Marktplatz von Amazon als Verkaufsplattform genutzt werden. In unserer Schritt-für-Schritt Anleitung Amazon Seller Account erstellen findest du hilfreiche Tipps dazu.

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel weiterhelfen konnten und einen guten Überblick über die unterschiedlichen Rechtsformen geben konnten, die benötigt werden, um ein Amazon FBA Gewerbe anmelden zu können.

Wenn Du noch weitere Fragen hast, dann schreib uns doch einfach eine Mail an info@smart-minded.com oder kommentiere direkt unter diesem Beitrag.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Jeder Händler aus Deutschland muss ein Gewerbe anmelden, um auf Amazon legal Produkte zu verkaufen. Du kannst entweder ein Einzelunternehmen, eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft anmelden. Anschließend kannst du dich im Amazon Seller Central als Händler registrieren.

Hier einen genauen Wert zu nennen macht wenig Sinn, da man theoretisch schon mit knapp 1000€ ein Amazon FBA Business starten kann. Du solltest allerdings beachten, dass du für einen Amazon Produkt Launch Kapital benötigst um dein Produkt zu bewerben.

Mehr Geld hilft dir dabei, mehr Marketing zu betreiben und dein Business so schneller profitabel zu machen. Unsere Erfahrung hat ergeben, dass du mindestens 2.500 € zur Verfügung haben solltest, um ein Amazon FBA Business zu starten.

Die Beantragung eines Gewerbescheins kostet zwischen 20 und 70 Euro, je nachdem, welches Gewerbeamt für die Bearbeitung deines Antrags zuständig ist.

Darüber hinaus können weitere Kosten anfallen, wenn beispielsweise ein polizeiliches Führungszeugnis oder ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister (beides ca. 13 Euro) vorgelegt werden muss.

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Wie viel du mit Amazon FBA verdienen kannst hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel wie hoch der Preis deiner Produkte ist oder wie viele Produkte du verkaufst.

Laut einer Umfrage von Jungle Scout macht ein Großteil der Händler zwischen 1.000 und 25.000 US-Dollar Umsatz im Monat. Manche Händler machen sogar mehr als 100.000 US-Dollar Umsatz pro Monat.

Bei diesen Werten ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich um Umfragewerte handelt. Hier kommt es darauf an, welche Händler (erfolgreich oder nicht erfolgreich) Jungle Scout befragt hat.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Amazon FBA für die meisten Händler profitabel ist. Das geht aus einer von Umfrage von Jungle Scout hervor, bei der lediglich 8% der Befragten angaben, derzeit kein profitables Amazon Business betreiben. Fast zwei Drittel (65%) der Händler erreichen Profitmargen von mehr als 10%, ca. ein Drittel (32%) sogar Profitmargen von mehr als 20%.

Man sollte bei diesen Zahlen jedoch beachten, dass es sich um Werte aus einer Umfrage handelt. Hier kommt es darauf an, welche Händler (erfolgreich oder nicht erfolgreich) befragt wurden. Du kannst die genaue Profitabilität eines Produkts mit Helium 10 XRay bestimmen.

Generell ist die Höhe des Startkapitals von dem Produkt abhängig. Dazu kommen hauptsächlich Lieferkosten und administrative Kosten wie Amazon Gebühren.

Wie viel Startkapital du ungefähr benötigst lässt sich mit einem Amazon FBA Rechner ermitteln.

Die Kosten für den Verkauf über Amazon.de hängen davon ab, ob du als FBM- oder FBA-Händler aktiv bist. Nutzt du FBA (Fulfillment by Amazon), so fallen hauptsächlich folgende Kosten an:

  • Amazon Seller Account Gebühren
  • Vermittlungsgebühren
  • Lagergebühren
  • Versandgebühren

Wenn du als FBM-Händler fungierst, entfallen die Versand- und Lagergebühren. Allerdings musst du dann für die Lagerung und den Versand selbst aufkommen.

Es gibt weitere spezielle Gebühren. Eine detaillierte Übersicht findest du in unserem Artikel über Amazon FBA Gebühren.

Bei dem Handel auf Amazon fällt eine prozentuale Vermittlungsgebühr an. Bei den meisten Produkten liegt diese bei ca. 15%, kann jedoch nach Produktkategorie variieren. Eine Übersicht findest du in unserem Artikel über Amazon FBA Gebühren.

Nein. Amazon ist ein börsennotiertes US-amerikanisches Technologieunternehmen.

Amazon beschäftigt 1.298.000 (Februar 2021) Mitarbeiter und hat einen Umsatz von 386 Mrd. US-Dollar (2020).

Der Hauptsitz von Amazon befindet sich in Seattle (Washington, USA).

Die Anzahl der Verkäufe, damit dein Amazon Business rentabel ist, hängt von deinem Produkt ab. Wie viele Verkäufe du monatlich benötigst, lässt sich mit dem FBA Rechner von AMZScout ermitteln.

Moritz Bauer
Moritz Bauer
Moritz Bauer studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der HTWG in Konstanz. Im Alter von 16 Jahren baute er seinen ersten Online-Shop. Jetzt vermittelt er Unternehmen, wie sie ihr Geschäft online aufbauen können.

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