Amazon Retouren kaufen: Erfolgreicher Handel mit Retouren

Mila Pollmeier
Mila Pollmeier
26.02.2022
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Amazon Retouren kaufen: Erfolgreicher Handel mit Retouren

Du hast schon immer nach einem Geschäftsmodell gesucht, das wenig Startkapital erfordert und einen potenziell großen Ertrag hat? Du wolltest schon immer wissen, wie der Handel mit Retouren und Restposten abläuft? – Genau das erklären wir dir in diesem Artikel!

Sind wir mal ehrlich. Bestimmt hast du schon einmal ein Produkt im Internet bestellt und dieses dann aus einem bestimmten Grund wieder zurückgeschickt, oder? Die Rücksendung ist kein Problem, denn dieses Käuferrecht hast du 14 Tage nach Erhalt der Ware. 

Da der Wettbewerbsdruck unter den Online-Händlern hoch ist, gehört das Anbieten von kostenlosen Retouren, sowie großzügige Rückgabefristen zur Tagesordnung. Bei Amazon kannst du die meisten Artikel sogar 30 Tage nach der Lieferung kostenlos zurücksenden.

Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viele Retouren im Online-Handel jährlich zurückerstattet werden und was mit dieser Ware passiert? – Rund die Hälfte der Befragten (50,4 Prozent) einer Umfrage sendeten bis zu zehn Prozent ihrer Online-Bestellungen zurück – 12,2 Prozent der Befragten sendeten ein Viertel zurück.

Schätzungen zufolge wurden allein in Deutschland im Jahr 2020 über 315 Millionen Artikel retourniert. Als weltweit größter Online-Marktplatz hat auch Amazon viele Retouren und Rücksendungen zu verzeichnen: Jährlich werden über 40 Millionen Pakete zurückgesendet.

Diese Rücksendungen können für einige Online-Händler zwar einen Wettbewerbsvorteil in Bezug auf die Kundenfreundlichkeit herstellen, verursachen aber auch einige Probleme. Oft können die retournierten Artikel nicht mehr als Neuware verkauft werden, weil Kunden Gebrauchsspuren hinterlassen. Dazu kommt, dass den Händlern durch Rücksendungen hohe Kosten entstehen, sodass sich der reguläre Wiederverkauf manchmal gar nicht lohnt.

Die zurückgesendeten Artikel werden dementsprechend oft gebündelt auf Paletten an Restpostenhändler verkauft. Diese Posten nennen sich 1B- bzw. B-Ware, weil sie nicht mehr dem Neuzustand entsprechen. Die Funktionsfähigkeit dieser Artikel ist jedoch nicht beeinträchtigt. Diese Artikel werden für günstige Einkaufspreise verkauft und stellen somit eine gute Geschäftsmöglichkeit für dich, als Reseller bzw. Händler dar.

Das Konzept Reselling lässt sich ziemlich einfach mit der Übersetzung des englischen Begriffs ins Deutsche erklären: Reselling bedeutet nichts anderes als “Wiederverkaufen”. Es geht also darum, Produkte einzukaufen und diese dann idealerweise zu einem höheren Preis weiterzuverkaufen. Meistens handelt es sich dabei um Restposten, Gebrauchtware und Kundenretouren. Hat man ein entsprechendes Wachstum, kann man auch Großhandelsware verkaufen.

Der Vorteil von Reselling ist, dass du wenig bzw. kein Startkapital benötigst. Es gibt die Möglichkeit, bei eBay unter der Kategorie zu verschenken Produkte kostenlos zu bekommen und diese dann weiterzuverkaufen. Wenn du jedoch schon Startkapital zur Verfügung hast, empfehle ich dir, direkt in Retouren und Restposten zu investieren.

  1. Voraussetzungen für das Reselling
  2. Amazon Retouren kaufen: Recherche
  3. Risiko bei Retouren
  4. Produktkalkulation zur Ermittlung des Warenwerts
  5. Retouren verkaufen: Angebote auf eBay oder Amazon
  6. Fazit – Handel mit Retouren
  7. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Voraussetzungen für das Reselling

Bürokratie

Als Reseller bist du ein Unternehmer, der dazu verpflichtet ist, ein Gewerbe anzumelden. Du musst dich außerdem beim Finanzamt steuerlich registrieren, damit du eine Steuernummer und Umsatzsteuer ID erhältst. Diese benötigst du beim Zahlungsverkehr mit dem Finanzamt und bei der Abführung der Umsatzsteuer.

Grundsätzlich musst du 19% deiner Umsätze als Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Allerdings hast du die Möglichkeit, die Einstufung als Kleinunternehmer beim Finanzamt zu beantragen.

Wenn diese genehmigt wurde, musst du in deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer (= Mehrwertsteuer) ausweisen. Im Gegenzug bekommst du aber die Vorsteuer (= Umsatzsteuer, die du bei den Einkäufen für dein Unternehmen bezahlst) nicht erstattet.

Diese Regelung macht durchaus Sinn, wenn du ohne Startkapital startest und dementsprechend Gebrauchtware auf Flohmärkten oder eBay Kleinanzeigen kaufst. Dann kannst du von einer höheren Marge pro Verkauf profitieren, weil du keine Umsatzsteuer zahlen musst.

Als Reseller von Retouren und Restposten würde ich dir jedoch empfehlen, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten. Denn dann bekommst du die Umsatzsteuer deiner Eingangsrechnungen zurückerstattet.

Um als Online-Händler aktiv zu werden, benötigst du ein Verkäuferkonto bei eBay und/oder Amazon. Beide Plattformen sind sehr große Online-Marktplätze, weshalb du auf beiden aktiv werden solltest.

Außerdem ist die Eröffnung eines Geschäftskontos bei deiner Bank empfehlenswert, weil du dann einen besseren Überblick über alle Transaktionen deines Online Businesses behältst.

Wichtig: Die Buchhaltung spielt auch bei deinem Reselling Business eine wichtige Rolle. Um einen genauen Überblick über deine Ausgaben und Einnahmen zu erhalten, empfehle ich dir die Verwendung von Profits von Helium 10. Mit unserem Coupon kannst du einen Rabatt von 50% auf Helium 10 erhalten:

Marketing

Zu deinen Aufgaben gehört es natürlich auch, deine Produkte auf den Plattformen ansprechend zu präsentieren. Nach einer bestimmten Zeit macht es durchaus Sinn in professionelle Produktbilder zu investieren. Zu Beginn reicht folgende Ausstattung jedoch völlig aus:

  • Kamera oder Handy: Produktbilder sind die Grundlage deines Verkaufs auf Online-Plattformen. Dementsprechend ist es wichtig, dass du in eine gute Kameraqualität investierst. Für die Produktfotografie ist eher eine kleinere Sensorfläche förderlich. Das erreichst du mit einer Crop-Kamera leichter, als mit einer Vollformat-Kamera. So lassen sich alle Sensoren unter Kleinbildgröße (APS, Micro-Four-Third) empfehlen.
  • Fotobox: Am besten fotografierst du deine Artikel in einer Fotobox. Damit kannst du Produktbilder schießen, in denen das Produkt bei ausreichender Belichtung vor einheitlich weißem Hintergrund präsentiert wird. Außerdem können die Produkte über Tools wie Canva freigestellt werden.

Der folgende Screenshot zeigt eine Heatmap der Amazon Suchergebnisse für das Keyword iPhone. Heatmaps heben Bereiche hervor, die von Usern die meiste Aufmerksamkeit bekommen.

Anhand dieser Heatmap wird deutlich, dass Produktbilder die meiste Aufmerksamkeit von Usern bekommen und dementsprechend eine hohe Relevanz haben.

Heatmap iPhone Suche Amazon

Amazon Retouren kaufen: Recherche

Beim Reselling hast du den Vorteil, dass du dich nicht auf eine bestimmte Nische (wie beispielsweise Autozubehör) spezialisieren musst. Da du keine Bestandskunden hast und großes Potenzial nutzen solltest, ist es sinnvoll, alle guten Möglichkeiten mitzunehmen. 

Du solltest nur darauf achten, dass du Produkte vertreibst, mit denen du dich auskennst. So erkennst du besser gute Einkaufsmöglichkeiten, kannst die Produkte besser bewerten, reparieren und deine Produkttexte selbst formulieren. 

Besonders der Verkauf von technischen Produkten und Elektrogeräten erfordert ein gewisses Know-How – auch um Kundenanfragen korrekt beantworten zu können.

Plattformen für Retouren und Restposten

Die Waren beziehst du nicht direkt von den Verkäufern, sondern von Zwischenhändlern, die sich auf Retouren und Restposten spezialisiert haben. Dabei kommt es häufig vor, dass man Produkte gebündelt auf Paletten einkauft und man sich im Voraus noch nicht über deren genauen Inhalt Bewusst ist. 

Hier besteht das Risiko, dass sich die Händler bereits die besten Produkte herausgenommen haben und nur noch die übrig gebliebenen Reste der Palette verwerten möchten. Die folgenden Plattformen bieten gute Einkaufsmöglichkeiten für Reseller:

Restposten.de

Restposten.de ist einer der bekanntesten Anbieter für Restposten und Retouren. Hier findet man viele Produkte zu sehr günstigen Preisen. Die Angebote sind nach unterschiedlichen Kategorien sortiert:

  • A-Ware steht für neuwertige Produkte
  • 1B-Ware steht für Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern
  • B-Ware steht für Produkte mit sichtbaren Mängeln und ggf. sogar Nutzungseinschränkungen
  • C-Ware steht für ungeprüfte Retouren

Für dich als Reseller sind vor allem die Kennzeichnungen B/C und C relevant. B/C bedeutet, dass die Palette eventuell beschädigte Waren enthalten kann. Hier werden aber offensichtlich defekte Artikel im Vorfeld aussortiert. So ist der Anteil an defekten Waren deutlich geringer als bei C-Ware. Trotzdem unterliegt auch die B/C-Ware einem gewissen Risiko.

Die entsprechenden Angebote findest du, indem du mit Hilfe der Suchleiste Palettenware suchst. Sobald du etwas kaufen möchtest, musst du ein Abo abschließen. Entweder kannst du dich für eine 4-monatige Laufzeit für knapp 70 € oder für eine 12-monatige Laufzeit für knapp 100 € entscheiden.

Restposten.de Abos

Merkandi

Merkandi hat doppelt so viele Mitglieder wie Restposten.de und bietet zudem ein internationales Produktangebot. Auch hier werden die Produkte in A-, B- und C-Ware eingeteilt. Zusätzlich werden die Kategorien Großhandel, Restposten und Auktionen angeboten. 

Das Produktangebot ist also etwas genauer differenziert, sodass die Suche nach bestimmten Produkten einfacher ist. Darüber hinaus bietet Merkandi zusätzliche Features wie ein Verkäuferverzeichnis und die Blacklist.

Im Verkäuferverzeichnis werden seriöse Großhändler aufgelistet und die Blacklist stellt eine Liste von Händlern dar, die in der Vergangenheit schlechte Bewertungen bekommen haben.

Eine Mitgliedschaft bei Merkandi kostet 100 € pro Jahr.

eBay und eBay Kleinanzeigen

eBay ist eine gute Möglichkeit ohne Startkapital an günstige Ware zu kommen. Hier sollte man jedoch vorsichtig sein, da sich auf eBay viele Reseller befinden, die schlecht verkäufliche Produkte als Retourenposten oder Überraschungskisten vermarkten.

Hier ist es wichtig, dass du dir die Kundenbewertungen durchliest und den Shop des Händlers genau anschaust. Bietet der Händler neben den Retourenposten viele gebrauchte Einzelstücke an, kann man davon ausgehen, dass die guten Produkte im Vorfeld herausgenommen wurden und der Rest als Retoure verkauft wird.

Unter den folgenden Kategorien kannst du auf eBay nach Ware suchen:

  • Restposten
  • Retourenwaren
  • Konvolut
  • Sammlung
  • Flohmarkt-Kiste
  • Dachbodenfund

Auf eBay findest du auch Einzelangebote, bei denen die exakten Produkte auf den Produktbildern dargestellt sind. Bei diesen Einzelangeboten kannst du also anhand der Produktbilder das Potenzial des Angebots sehen.

Risiko bei Retouren

Wie schon erwähnt haben Retouren das Risiko, dass man nicht genau weiß, was die Paletten für Produkte enthalten. Es gibt allerdings auch Restposten bzw. Großhandelsware, bei der man die genauen Artikel schon kennt. Als Restposten wird übrig gebliebener, noch nicht abgesetzter Rest bezeichnet. 

Auch bei Großhandelsware handelt es sich nicht um Retouren, sondern um ganz normale Produkte in höherer Stückzahl. Das Risiko ist entsprechend kleiner, da man das Potenzial der Produkte schon kennt. 

Gerade am Anfang sollte man sein Geld nicht direkt in teure Überraschungspakete stecken. Mischpaletten sind eine Art Glücksspiel für Händler. Am besten investierst du nicht direkt das ganze Geld in Waren, die sich ggf. nicht verkaufen lassen.

Verkaufspotenzial ermitteln

Das Verkaufspotenzial wird bei Retouren erst nach dem Erhalt der Ware ermittelt. Nur bei Angeboten, deren Inhalt du kennst, kannst du das Verkaufspotenzial vor dem Erhalt ermitteln.

Die Marktrecherche führst du mit Hilfe von eBay durch. Auf eBay werden nämlich viele Informationen über Produktnischen und Konkurrenten bereitgestellt. Im Folgenden erkläre ich dir, wie du die Marktrecherche durchführen musst.

1. Tabelle erstellen

Es ist wichtig, sich erstmal einen Überblick über die Restpostenartikel zu machen. Dafür empfehle ich dir, eine Tabelle zu erstellen und dort alle enthaltenen Produkte aufzulisten.

Tabelle um Verkaufspotenzial zu ermitteln

2. Basisrecherche

Anschließend suchst du bei eBay nach den Produkten in deiner Liste. Am besten suchst du so genau wie möglich.

Beispiel: Dein Restposten enthält einen Fahrradhelm von SMITH und das Model trägt den Namen ENGAGE MIPS. Du solltest als erstes versuchen, den genauen Artikel bei eBay zu finden, indem du die Produktbezeichnung, die Marke und den Modellnamen in die Suchleiste eingibst. Falls die Suche keine Ergebnisse liefert, solltest du das Gleiche nochmal ohne den Modellnamen machen. Wenn auch hier keine Ergebnisse kommen, solltest du es nur mit der Produktbezeichnung versuchen.

3. Verkaufte Artikel anzeigen

Bei eBay gibt es die Möglichkeit, die Suche zu erweitern. Diese Funktion solltest du nutzen, indem du oben rechts neben der Suchleiste auf die Schaltfläche Erweitert klickst.

eBay Suche Fahrradhelm Smith

Es öffnet sich eine Seite, auf der du die Suche genauer differenzieren kannst. Hier musst du im Bereich In Suche einschließen ein Häkchen bei Verkaufte Artikel setzen.

Screenshot eBay Verkaufte Artikel

Jetzt werden die letzten Verkäufe des gesuchten Keywords – in unserem Fall Fahrradhelm Smith – angezeigt. Hier kannst du eine Preisanalyse der verkauften Artikel durchführen. In den Suchergebnissen solltest du besonders nach ähnlichen Artikeln zu deinem Restposten Ausschau halten.

4. Tabelle ausfüllen und Umsatz kalkulieren

In deine vorgefertigte Tabelle kannst du nun auch die ermittelten Verkaufspreise eintragen. Hier solltest du immer etwas pessimistischer kalkulieren, sodass du dich am Ende nicht überschätzt.

Falls du beispielsweise für den Fahrradhelm SMITH einen Verkaufspreis von 70 € gefunden hast, solltest du 10 % abziehen und auf einen Verkaufspreis von 63 € kommen. Nachdem du die Preise für alle Artikel in deinem Restposten kalkuliert hast, kannst du den Warenwert ermitteln.

Produktkalkulation zur Ermittlung des Warenwerts

Mit Hilfe der erstellten Tabelle kannst du dann die Produktkalkulation durchführen. Dabei berechnest du den maximalen Biet-Betrag und die daraus entstehende Marge. Die folgenden Punkte solltest du bei deiner Produktkalkulation beachten:

  • Umsatzsteuer
  • Gebühren
  • Verpackung

Schauen wir uns die einzelnen Kosten genauer an.

Umsatzsteuer

Als Einzelunternehmer ohne Kleinunternehmerregelung musst du 19 % deiner Einkünfte als Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Die ermittelte Summe deines Restposten enthält bereits die Umsatzsteuer. Das heißt, bei einer Summe von 100 € musst du 15,97 € Umsatzsteuer an das Finanzamt bezahlen. Dein Nettopreis ist also:

Formel Nettopreis

Ich empfehle dir, eine Excel Tabelle anzulegen. So kannst du die Formeln hinterlegen und musst nicht jedes Mal alles neu berechnen.

In die Felder kannst du die folgenden Formeln hinterlegen:

Excel Verkaufspreis ermitteln

B5: = SUMME(B2:B4)

C2: = B2/119*19

Die Formel von C2 kannst du in Excel dann runterziehen, sodass die Felder C3 - C5 die gleiche Formel enthalten.

Wichtig: Denke auch daran, dass für Versandkosten Umsatzsteuern anfallen. Der Steuersatz der Versandkosten richtet sich nach den versandten Waren, da dieser Posten als Nebenleistung gilt, der genauso wie die Hauptleistung besteuert wird. Das heißt: Wird eine Ware mit 19 % Umsatzsteuer versandt, fallen auch für die Versandkosten 19 % an, beträgt der steuerliche Aufschlag 7 %, gilt dies auch für die Versandkosten.

Gebühren

Die Verkäufergebühren bei eBay hängen davon ab, wie hoch der Verkaufspreis ist, in welche Kategorie deine Produkte fallen und ob du einen eBay Store hast. Grundsätzlich werden drei Gebühren unterschieden:

Verkaufsprovision

Ebay berechnet eine Verkaufsprovision, wenn du deinen Artikel verkauft hast. Dabei fallen keine Gebühren für die Bearbeitung der Zahlung durch Dritte an.

Die Verkaufsprovision setzt sich zusammen aus einem Prozentsatz des Gesamtbetrags der Transaktion plus einer fixen Gebühr pro Bestellung.

Die variable Verkaufsprovision beträgt 11% für den Anteil des Gesamtbetrags bis zu einer Höhe von EUR 1.990,00 und 2% für den Anteil des Gesamtbetrags über EUR 1.990,00.

Die fixe Gebühr pro Bestellung beträgt EUR 0,05, wenn der Gesamtbetrag pro Bestellung unter EUR 10,00 beträgt, ansonsten EUR 0,35.

Angebotsgebühren

Du kannst jeden Monat 320 Angebote erstellen, ohne dass dafür eine Angebotsgebühr anfällt. Angebotsgebühren zahlst du nur dann, wenn du dein Monatskontingent für Angebote ohne Angebotsgebühr ausgeschöpft hast und weitere Artikel einstellen möchtest. 

Für alle Angebote, die nach dem Ausschöpfen des Monatskontingents erstellt werden, wird eine Gebühr von EUR 0,50 berechnet. Für Angebote, die in der Kategorie Motors oder als Inserate eingestellt werden, gelten andere Gebühren.

Die Angebotsgebühren fallen an, wenn du ein Angebot erstellst oder einen Artikel manuell wiedereinstellst, der zuvor nicht verkauft wurde.

Shop-Gebühren

Ab einer gewissen Anzahl an Produkten, macht es Sinn, ein Shop-Abonnement abzuschließen. Wenn man beispielsweise 200 Produkte ohne Shop einstellt, sind die Einstellungsgebühren fast doppelt so hoch, wie die monatliche Gebühr des Basis-Shops, mit welchem man monatlich kostenlos 400 Artikel einstellen kann. Insgesamt stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Basis-Shop: Der Basis-Shop kostet monatlich 39,95 € (oder 32,95 € im Jahresabo). Insgesamt können 400 Festpreisangebote und 40 Auktionen kostenlos eingestellt werden. Wird dieses Limit überschritten, zahlt man Einstellungsgebühren in Höhe von 0,10 € pro Festpreisangebot und 0,50 € pro Auktion. Rein wirtschaftlich betrachtet, lohnt sich ein Shop ab ca. 100 Artikeln. Man darf aber nicht vergessen, dass ein Shop auch in puncto Marketing viele zusätzliche Möglichkeiten bietet.
  • Top-Shop: Für dieses Angebot liegen die Kosten bei 79,95 € monatlich (oder 65,95 € im Jahresabo). Insgesamt können 2.500 Festpreisangebote und 100 Auktionen eingestellt werden. Anschließend betragen die Gebühren 0,05 € für jedes Angebot und 0,50 € für jede Auktion.

Zusätzliche Gebühren können für internationale Verkäufe, Streitfälle oder Zusatzoptionen anfallen.

Tipp: Ich empfehle dir aufgrund der komplexen Verkaufsgebühren-Berechnung keinen kostenlosen Versand für deine Artikel anzubieten. Denn wenn du die Versandkosten direkt in deinen Verkaufspreis einkalkulierst, bezahlst du auf diese Kosten zusätzlich die Verkaufsgebühren. Wenn du aber die Versandkosten bei eBay getrennt angibst, bezahlst du keine Gebühren auf die Versandkosten.

Verpackung

In deine Produktkalkulation sollten außerdem die Kosten für Verpackungsmaterial mit einfließen. Bei einem Maxibrief kann man von etwa 0,20 € und bei einem Paket von etwa 0,60 € ausgehen.

Nach der Kalkulation deiner zusätzlichen Kosten (Umsatzsteuer, Gebühren und Verpackungsmaterial) kannst du den geschätzten Gewinn beim Verkauf deiner Restpostenartikel berechnen. Hierfür summierst du zuerst deine Kosten und ziehst diese dann von deinem prognostizierten Umsatz ab.

Retouren verkaufen: Angebote auf eBay oder Amazon

eBay und Amazon bieten sich sehr gut für den Verkauf von Retouren an. Auf beiden Plattformen musst du ein Verkäuferkonto anlegen. Hier findest du eine Anleitung zur Erstellung eines Amazon Seller Accounts und zur Eröffnung eines Amazon Shops.

Abgesehen davon sind Amazon und eBay grundsätzlich sehr verschieden. Den genauen Unterschied der beiden Plattformen erkläre ich dir im Folgenden:

eBay

Auf eBay hat jeder Seller sein eigenes Listing. Hier ist es also wichtig, durch ansprechende Produktbilder, Artikeltexte und Kundenbewertungen als Onlinehändler herauszustechen.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, Werbung auf seinen Listings zu schalten und Mengenrabatte anzubieten.

eBay ist besonders für den Handel mit Gebrauchtwaren bekannt. Auf Amazon gibt es zwar auch gebrauchte Produkte, allerdings haben diese einen eher geringen Stellenwert. Wer Gebrauchtware kaufen möchte, wird am ehesten auf eBay fündig.

Bei eBay solltest du bei der Einstellung von Artikeln auf die folgenden Punkte achten:

  • Titel als wichtigster SEO-Faktor (Keywordrecherche)
  • Untertitel formulieren
  • Die richtige Kategorie auswählen (ggf. bei Konkurrenten prüfen)
  • Zustandsbeschreibung ehrlich formulieren, um Retouren zu vermeiden
  • Mindestens zwei Produktbilder hochladen
  • Wenn möglich alle Artikelmerkmale ausfüllen
  • Ansprechende Beschreibung über eBay HTML Vorlage erstellen
  • Kostenlose Rückgabe und Preisvorschlag aktivieren

Amazon

Auf Amazon gibt es für jedes Produkt nur ein Listing über das mehrere Amazon Händler verkaufen. Dementsprechend ähnelt Amazon einem großen Online-Shop mit einheitlichem Produktkatalog.

Möchte man also Produkte einer bestimmten Marke vertreiben erstellt man hierfür kein eigenes Amazon Listing, sondern hängt sich mit einem Klick an die bereits vorhandene Produktseite. Dementsprechend hat man als Amazon Seller einen sehr geringen Aufwand und muss abgesehen vom Preis nichts weiter bereitstellen (keine Produktbilder, keine Artikeltexte etc.).

Allerdings gibt es gerade bei bekannten Produkten und Marken unzählige Verkäufer, die unter demselben Listing verkaufen. Für die Amazon Buy Box wird jedoch immer nur ein Seller ausgewählt, und zwar meistens der mit dem günstigsten Preis. So werden die Artikel im Warenkorb automatisch einem bestimmten Amazon Seller zugeordnet.

Die Einstellung von Artikeln erfolgt auf Amazon relativ schnell (Voraussetzung: Das Produkt wird bereits von anderen Sellern angeboten). Falls das Produkt noch nicht auf Amazon angeboten wird, sollte man es als Reseller dort auch nicht einstellen. Dafür wäre der Aufwand im Verhältnis zu den relativ geringen Verkaufschancen zu hoch.

Im Seller Central über Lagerbestand >> Produkt hinzufügen öffnet sich ein Suchfeld, in welches man die EAN Nummer des Produkts eintragen kann. Sollte der Artikel bereits auf Amazon gelistet sein, erscheint anschließend das Listing.

Nachdem du ein Produkt auf eBay oder Amazon verkauft hast, kannst du direkt über die jeweilige Plattform das Versandlabel kaufen und ausdrucken. Die Belege deiner Sendungen solltest du sowohl für deine Amazon Buchhaltung als auch für deine eBay Buchhaltung aufbewahren.

Fazit – Handel mit Retouren

Grundsätzlich ist das Reselling ein sehr lukratives Geschäftsmodell, bei dem du nicht viel Startkapital benötigst. Man sollte jedoch nicht vernachlässigen, dass der Handel mit Retouren sehr zeitaufwendig und ortsgebunden ist.

Ob sich das Geschäftsmodell für dich eignet, hängt von den eigenen Zielen ab. Ich empfehle dir, dich als Reseller nicht nur auf Retouren zu konzentrieren, sondern alle Möglichkeiten im Reselling auszunutzen.

Der beste Tipp für Anfänger: Auf Haushaltsauflösungen, Flohmärkten und Kleinanzeigen findet man meistens die besten Schnäppchen für den Start mit Reselling.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie kann man Amazon Retouren kaufen?

Die Waren beziehst du nicht direkt von den Verkäufern, sondern von Zwischenhändlern, die sich auf Retouren und Restposten spezialisiert haben. Dabei kommt es häufig vor, dass man Produkte gebündelt auf Paletten einkauft und man sich im Voraus noch nicht über deren genauen Inhalt Bewusst ist. Hier besteht das Risiko, dass sich die Händler bereits die besten Produkte herausgenommen haben und nur noch die übrig gebliebenen Reste der Palette verwerten möchten. Beispielsweise bieten die Plattformen Merkandi und Restposten.de eine große Auswahl an Retourenpaketen an.

Wo verkauft man Amazon Retouren am besten?

eBay und Amazon bieten sich als größte Online-Marktplätze sehr gut für den Verkauf von Retouren an. eBay lohnt sich besonders für das Anbieten von gebrauchter oder leicht beschädigter Ware. Bei Amazon kannst du den Zustand deines Produkts als gebraucht angeben und ohne großen Aufwand dein Produkt über ein bereits veröffentlichtes Listing verkaufen.

Worauf ist beim Handel mit Retouren zu achten?

Du musst den Verkäufer überprüfen, um sicherzugehen, dass die wertvollen Artikel der Retourware nicht schon vom Händler entnommen wurden oder alle Artikel auf den Mischpaletten defekt sind. Dafür solltest du Kundenbewertungen durchlesen und ausschließlich auf seriösen Plattformen, wie Restposten.de einkaufen, auf denen bestimmte Richtlinien eingehalten werden müssen. 

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