Amazon Shop eröffnen: Erfolgreich auf Amazon verkaufen

Amazon ist mit ca. 500 Millionen Visits in Deutschland der größte Online Marktplatz weltweit. Hier können Kunden aus aller Welt nahezu jedes Produkt kaufen und sich nach Hause liefern lassen. Aber auch als Händler hast du auf dem Amazon Marktplatz Vorteile im Gegensatz zu anderen Ecommerce Marktplätzen.

Der Onlinehandel hat in der heutigen Zeit einen höheren Stellenwert als je zuvor. Durch Amazon Shops kann in Pandemiezeiten der Handel ohne Probleme weitergeführt und die Verluste der Einzelhändler somit minimiert werden.

Im Artikel werden folgende Themen behandelt:

  1. Vor- und Nachteile eines Amazon Shops auf einen Blick
  2. Konkurrenzkampf auf Amazon
  3. Die zwei verschiedenen Amazon Seller Accounts
  4. Amazon FBA oder FBM
  5. Rechtliche Grundlagen für Amazon Seller
  6. Amazon Shop erstellen
  7. Produkte platzieren
  8. Payment
  9. Risiken für Onlinehändler
  10. Fazit – Amazon Shop eröffnen

Vor- und Nachteile eines Amazon Shops auf einen Blick:

Amazon hat einen Anteil von 46% des gesamten Onlinehandels in Deutschland und ist somit anderen Ecommerce Marktplätzen weit voraus. Der Traffic auf Amazon.de betrug im November 2021 548.2 Millionen Besucher. Das zeigt, dass du als Händler auf Amazon eine große Reichweite erzielen kannst. Aus diesem Grund ist es für dich als Online-Unternehmer sinnvoll, einen eigenen Amazon Shop zu erstellen und auf diesem für deine Produkte zu werben.

Ein Amazon Händler zu werden, lohnt sich für jeden, der seinen Umsatz steigern will und auf große Reichweite setzt. Denn auch neben deinem eigenen Onlineshop kannst du zusätzlich auf Amazon verkaufen und die Plattform zu deinem Vorteil nutzen.

Hier sind alle Vor- und Nachteile eines Amazon Shops aufgelistet:

Vorteile:

  • Geringer Kostenaufwand
  • Kunden vertrauen Amazon
  • Viele Zahlungsmethoden
  • Passend für unerfahrene Unternehmer
  • Eigener Onlineshop ebenfalls möglich
  • Suchmaschinenoptimierung und Marketing inklusive
  • Große Reichweite und viele Besucher
  • Lagerung und Versand lassen sich bei Bedarf auslagern
  • Amazon bietet den FBA Service an (Fulfillment by Amazon)
  • Du profitierst von Amazon’s Innovationen (Amazon wächst immer mehr und wird andauert verbessert)

Nachteile:

  • Du musst bis zu ca. 15% Verkaufsgebühren an Amazon zahlen
  • Bedingungen und Anforderungen von Amazon sind einzuhalten
  • Hohe Konkurrenz (vor allem beim Preis) – ca. 50% aller Verkäufer kommen aus China (sehr niedrige Produktionskosten)
  • Eigenwerbung in Paketen von Amazon sind untersagt
  • Amazon kann willkürlich (ohne Angabe von Gründen) einen Shop schließen – bestenfalls solltest du deswegen auch deinen eigenen Onlineshop besitzen, um deinen Verkauf in diesem Fall nicht komplett zu stoppen

Wenn du einen Amazon Shop eröffnen willst, solltest du dir darüber Gedanken machen, welches Amazon Tool du verwenden möchtest. Helium 10 ist definitiv die beste Option für die meisten Amazon Händler.

Konkurrenzkampf auf Amazon

Da du nicht der einzige Amazon Händler bist, musst du dafür sorgen, dass du dich von deiner Konkurrenz abhebst. Bei weit über einer Millionen Händlern mit verschiedensten Produkten ist das natürlich nicht einfach. Deutschland ist unter den Top 3 Marktplätzen weltweit mit ca. 240.000 (Stand: 2019) aktiven Händlern und einem 17,5%igen Anstieg an Verkäufern zum Vorjahr. Deutschland ist nach dem Spitzenreiter USA mit 1,1 Millionen Händlern und UK mit ca. 280.000 aktiven Amazon Händlern der drittgrößte Marktplatz der Welt. Amazon bietet dir dennoch Tools, damit du bei einer so großen Konkurrenz mit deiner eigenen Marke einen entsprechend guten Platz bewähren kannst.

Beispielsweise stellt Amazon Advertising Tools zur Verfügung, die es Händlern ermöglichen, die Sichtbarkeit von Produkten zu verbessern.

Ebenso kannst du durch Optimierungen (z.B. Amazon SEO) das Ranking deines Produkts verbessern und den Traffic auf dein Amazon Listing erhöhen.

Die zwei verschiedenen Amazon Seller Accounts

Bevor du ein Amazon Verkäuferkonto eröffnest, musst du dir im Klaren sein, welches Konto du erstellen willst, da zwei verschiedene Konten zur Verfügung stehen.

Einerseits gibt es das individuelle Verkäuferkonto, bei welchem nur Amazon Gebühren anfallen, wenn du tatsächlich ein Produkt verkaufst und andererseits steht dir das professionelle Verkäuferkonto zur Verfügung, das ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis bei einem großen Verkaufsvolumen bietet.

Individuelles Verkäuferkonto

  • Verkauf von weniger als 40 Artikeln pro Monat
  • Keine monatlichen Abonnementgebühr (Grundgebühr)
  • Verkaufsgebühren: 0,99€ pro Artikel + Prozentuale Verkaufsgebühren

Professionelles Verkäuferkonto

  • Verkauf von mehr als 40 Artikeln pro Monat
  • Monatliche Abonnementgebühr (Grundgebühr): 39€ (exkl. Umsatzsteuer)
  • Verkaufsgebühren: Prozentuale Verkaufsgebühren

Die prozentualen Verkaufsgebühren, welche du bei beiden Konten bezahlen musst, richten sich nach der Ware, die du verkaufst.

Nun musst du entscheiden, welches Konto kostengünstiger für dich ist und besser zu deinem Verkaufsvolumen passt. Wenn du zum Beispiel hauptsächlich günstige Produkte verkaufst, ist das professionelle Verkäuferkonto vorteilhafter, da dadurch die 0,99€ Verkaufsgebühren pro Artikel des Basiskontos eingespart werden und du somit deinen Gewinn maximierst.

Generell empfehlen wir das professionelle Verkäuferkonto, wenn du ein wirkliches Amazon Business aufbauen willst. Mit dem individuellen Verkäuferkonto kannst du nur 40 Produkte pro Monat verkaufen.

Amazon FBA oder FBM

Wenn man sich damit beschäftigt, ein Amazon Seller zu werden, stößt man häufig auf die Begriffe Amazon FBA oder Amazon FBM. Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

Die Abkürzung FBA steht für Fulfillment by Amazon und bedeutet übersetzt so viel wie Versand/Abwicklung durch Amazon. Wie die Übersetzung schon verrät, bedeutet FBA, dass sich Amazon um die gesamte logistische Auftragsabwicklung kümmert, wie z.B. um Lagerung und Versand der Ware, Retouren und den Kundenservice.

Das heißt für dich, dass du deine Ware an ein Amazon Fulfillment Center sendest und ab dann die weitere Abwicklung von Amazon übernommen wird.

FBM steht für Fulfillment by Merchant und bedeutet so viel wie „Abwicklung durch den Händler“. Das heißt, dass du als Händler selbst für die Lagerung, Verpackung und Versendung deiner Produkte zuständig bist und vollste Verantwortung dafür trägst.

Dies ist beispielsweise für Verkäufer, welche Produkte in Übergröße verkaufen, von Vorteil, da eine solche Lagerung bei Amazon sehr teuer werden kann und um einiges kostspieliger ist, als die Lagerung von normalen Produkten.

Ob du dich nun als Amazon Händler für Amazon FBA oder FBM entscheidest, bleibt letztlich dir überlassen, aber du solltest dir Gedanken darüber machen, was sich für dich mehr rentiert, um deine Ausgaben klein zu halten.

Rechtliche Grundlagen für Amazon Seller

Als Amazon Händler bist du verpflichtet, den gesetzlichen Vorschriften zu folgen. Diese Vorschriften variieren je nach Produkt, welches du anbietest. Bei Lebensmitteln ist es beispielsweise notwendig, das Produkt vor Verkauf mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zu kennzeichnen oder bei Filmen und Videospielen mit der USK-Kennzeichnung.

Hier sind die Vorschriften, welche für jeden Amazon Verkäufer notwendig sind, wenn du gewerblich verkaufen möchtest:

  • Gewerbeanmeldung und ggf. die Beantragung von einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und/oder einer EORI-Nummer (für den Import von Produkten)
  • Erstellung einer AGB (ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dennoch gibt es viele gesetzliche Informationspflichten, die Onlinehändler einhalten müssen, wie z.B. die Zahlungsmöglichkeiten, das Widerrufsrecht, etc.)
  • Einbindung eines Impressums – Du unterliegst bei Amazon der Impressumspflicht
  • Erstellung einer Datenschutzerklärung (nach DSGVO)

Amazon Shop erstellen

Im Folgenden erklären wir, wie du deinen eigenen Amazon Shop erstellen kannst:

  1. Amazon Webseite aufrufen und mit deinem Amazon Konto anmelden.
  2. Oben in der Leiste auf die Rubrik „Verkaufen“ klicken.
  3. Es öffnet sich nun ein neuer Bereich, in dem du Infos zum Verkauf auf Amazon finden kannst. Dort kannst du nun zwischen den zwei Amazon Seller Accounts entscheiden: Der Button „Jetzt verkaufen“ leitet dich zu dem professionellen Verkäuferkonto und der Button „Wollen Sie nur wenig verkaufen“ leitet dich zum Basiskonto.
  4. Nachdem du dich für einen Account entschieden hast, klickst du auf das Feld „Registrierung“ und trägst dich als Verkäufer ein. Hier kannst du dein normales Amazon Konto mit deinem Verkäuferkonto verknüpften oder ein separates Konto erstellen.
  5. Als nächstes gibst du das Land deines Unternehmenssitzes ein, die dazugehörige Unternehmensform und deinen Unternehmensnamen.
  6. Im Anschluss verlangt Amazon Kreditkarteninformation und Rechnungsadresse, welche beides Pflichtfelder sind.
  7. Daraufhin trägst du deine Adresse und alle benötigten Kontaktinformationen für den Kundenservice ein.
  8. Nun fragt Amazon deine Daten ab (Adresse und Kontaktdaten) und du musst angeben, ob du wirtschaftlich für dein Unternehmen verantwortlich bist. Dafür benötigst du die Daten deines Ausweisdokumentes.
  9. Als Letztes musst du deine Identität bestätigen, indem du deine Handynummer eingibst und per SMS Code bestätigst. Wenn du damit Probleme hast, kannst du auch eine Identifizierung per „Rückruf“ beantragen.
  10. Nachdem du deine ganzen Daten überprüft hast, klickst du auf den Button „Registrierung abschließen“ und hast damit dein Verkäuferkonto endgültig eingerichtet.
  11. Jetzt musst du nur noch die Zwei-Schritt-Verifizierung abschließen, damit dir das Shop-Dashboard zur Verfügung steht und du problemlos deine Produkte verkaufen kannst.

Produkte platzieren

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um deine Amazon Produkte zu veröffentlichen.

Du kannst deine Produkte selbst einzeln manuell eintragen oder ein praktisches Tool dafür benutzen, welches Amazon dir anbietet.

Ebenso hast du die Option, einen Drittanbieter-Service kostenpflichtig für diese Aufgabe heranzuziehen, dies spart dir als Unternehmer natürlich Zeit.

Als Unternehmer solltest du dir gut überlegen, ob du selbst die Arbeit machst oder doch jemanden für diese Tätigkeit bezahlst.

Payment

Wenn du eine Bestellung erhalten und dich dafür entschieden hast, den Versand selbst durchzuführen, verschickst du deinem Kunden die Bestellung selbst. Andernfalls übernimmt Amazon die Abwicklung der Bestellung für dich. Sobald der Artikel versendet wurde, erhältst du dein Geld per Überweisung von Amazon Payments Europe auf dein Bankkonto. Wenn die Überweisung des verkauften Artikels angekommen ist, wird dir dies durch eine Benachrichtigung von Amazon mitgeteilt.

Risiken für Onlinehändler

Im Gegensatz zu Verkäufen, die du über deinem Onlineshop abwickelst, läuft der Verkauf über Amazon mit mehreren Vertragsverhältnissen ab. Es wird also nicht nur ein klassischer Kaufvertrag zwischen Käufer und Verkäufer getätigt.

Konkret werden drei Verträge geschlossen zwischen…

  • … Verkäufer mit Käufer
  • … Verkäufer mit Amazon
  • … Amazon mit Käufer (eigentlicher Kaufvertrag)

Aus diesem Grund gibt es besondere Richtlinien für Onlinehändler auf Amazon. Amazon Händler sind deshalb einem hohen Abmahnrisiko ausgesetzt. Der Grund hierfür ist, dass, die meisten Händler nicht über die Amazon Regelungen informiert sind und sich nur mit den gewöhnlichen Regelungen, wie z.B. die des eigenen Onlineshops, auskennen.

Die größten Risiken für Onlinehändler auf Amazon sind deshalb:

  • Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nicht vorgeschrieben, allerdings musst du viele gesetzlichen Informationspflichten einhalten (z.B. Angaben zu Zahlungsmöglichkeiten und Widerrufsrecht)
  • Du musst die AGBs selbst verfassen, da es AGBs gibt, die urheberrechtlich geschützt sind oder nicht auf die Vertragsverhältnisse passen (wie z.b. AGBs von dem eigenem Onlineshop)
  • Widerrufsbelehrung und Impressum sind auf Amazon Pflicht
  • Alle Pflichten der DSGVO gelten auch für Amazon-Verkäufer
  • Hohes Risiko vor allem bei Verstößen gegen das Urheber- oder auch Markenrecht (z.B. Benutzung fremder Produktbilder, Produktbeschreibungen oder fremder Logos ohne Lizenzvereinbarung)
  • Du haftest für alle Schäden, die durch dein verkauftes Produkt verursacht werden und diese Produkthaftungsregelung gilt für allerlei Händler, die auf Amazon verkaufen

Fazit – Amazon Shop eröffnen

Auf Amazon kann man seine Produkte erfolgreich verkaufen. Die Einrichtung eines Amazon Shops ist in den meisten Fällen unkompliziert und schnell erledigt.

Allerdings sollte man bedenken, dass der Verkauf auf Amazon keine Strategie ist, um schnelles Geld zu verdienen. Die meisten Amazon Händler benötigen mehr als sechs Monate, um ein profitables Business auf Amazon aufzubauen:

Time It Takes to Be Profitable on Amazon

Dein Erfolg hängt wie in den meisten Fällen von deiner Arbeitsbereitschaft und deiner Ausdauer ab. Software Tools für Amazon Händler können dir bei deinem Erfolg auf Amazon helfen. Wir haben hier einen Artikel über die besten Amazon Seller Tools verfasst.

Moritz Bauer
Moritz Bauer
Moritz Bauer studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der HTWG in Konstanz. Im Alter von 16 Jahren baute er seinen ersten Online-Shop. Jetzt vermittelt er Unternehmen, wie sie ihr Geschäft online aufbauen können.

Abonniere unseren Newsletter

Know-How für Selbständige, Start-Ups und kleine Unternehmen. Erhalte die neusten Artikel per E-Mail.