Amazon vs eBay: Welchen Marktplatz solltest du wählen?

Wenn du online verkaufen willst, stehen dir viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Du kannst mit einem Online Shop starten oder deine Produkte auf Marktplätzen wie Amazon oder eBay verkaufen.

Für diejenigen, die gerade erst am Anfang stehen, könnte der Verkauf über einen Marktplatz interessant sein.

Bis du auf deinem Online Shop genügend Besucher pro Monat hast und einen soliden Umsatz erzielst, kann viel Zeit vergehen.

Es ist wesentlich einfacher, mit dem Verkauf über Marktplätze zu beginnen, da diese bereits viele Besucher haben.

Die beiden beliebtesten Online-Marktplätze sind Amazon und eBay. Aber welchen solltest du wählen? Welcher Marktplatz ist besser?

Wenn du wissen willst, ob eBay oder Amazon besser für dich geeignet ist, dann bist du hier genau richtig.

Amazon vs eBay: Vorteile von Amazon

Amazon ist der bekannteste Online Marktplatz

Amazon ist der bekannteste Online Marktplatz der Welt. Einer von Fünf Millennials geht beinahe immer als erstes auf Amazon, um etwas online zu kaufen. (Inviqa)

Amazon hat ebenfalls mehr Web Traffic als eBay. Insgesamt gibt es zwölf Marktplätze (Amazon.com, Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.uk, etc.).

Laut Statista hatte Amazon.com im Juni 2021 2.7 Milliarden Websitenbesuche. Amazon.de alleine hatte 548 Millionen Websitenbesuche im November 2021.

eBay.com hingegen hatte nur 819.46 Millionen Besucher und eBay.de nur 185.71 Millionen Besucher im November 2021.

Kunden vertrauen Amazon

Amazon und eBay sind beides etablierte Marktplätze mit einem großem Kundenstamm. Wenn es jedoch um Kundenzufriedenheit und Vertrauen geht, hat Amazon die Nase vorn.

Auf Amazon’s About Page heißt es, Amazon sei das kundenorientierteste Unternehmen der Welt.

Und das ist tatsächlich wahr – 89% der Kunden geben an, dass sie lieber auf Amazon ihre Produkte kaufen, als auf anderen Ecommerce Marktplätzen.

Ein wichtiger Grund für die hohe Kundenzufriedenheit ist die unkomplizierte Rückgabe von Produkten.

Dank der A-Z-Garantie von Amazon können Kunden ein Produkt zurückgeben, wenn sie mit der Qualität oder der Lieferzeit nicht zufrieden sind, und erhalten den vollen Kaufpreis zurückerstattet.

Im Vergleich dazu können eBay-Verkäufer das Kästchen „Keine Rückgabe“ ankreuzen, um sicherzustellen, dass Kunden ein Produkt nicht zurückgeben können.

Du kannst Amazon Seller Tools verwenden

Amazon Seller können Tools wie Helium 10 für die Produktrecherche, Keywordrecherche, Listingoptimierung und mehr verwenden.

Diese Tools helfen Sellern dabei, ein Amazon Business aufzubauen, den Gewinn zu steigern und die Geschäftsprozesse zu automatisieren.

Obwohl es ebenfalls einige Tools für eBay Seller gibt, sind deutlich mehr Amazon Seller Tools auf dem Markt.

Hier kannst du mehr über Amazon Seller Tools erfahren.

Amazon hat ein stärkeres Wachstum als eBay

Amazon verzeichnet ein stärkeres Wachstum als eBay. Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Gründe für neue Seller.

Hier ist ein Chart, welches das Interesse an Amazon von 2004 bis heute zeigt …und hier ist ein Chart, welches das Interesse an eBay von 2004 bis heute zeigt.

Während das Interesse an eBay seit 2004 abgenommen hat, ist das Interesse an Amazon enorm gestiegen.

Wenn du ein professioneller Seller werden willst, solltest du auf Amazon verkaufen, denn der Marktanteil von eBay wird kontinuierlich weniger.

Amazon bietet einen Fulfillment Service

Wenn du auf eBay verkaufen willst, hast du nur eine Möglichkeit, wenn es um die Abwicklung deiner Bestellungen geht: Du musst deine Produkte selbst lagern, verpacken und versenden.

Das kostet dich eine Menge Zeit und vor allen Dingen eine Menge Opportunitätskosten. Im Vergleich dazu bietet Amazon seinen Händlern zwei Optionen zur Abwicklung von Bestellungen: FBM und FBA.

FBM steht für Fulfillment by Merchant. Mit dieser Option musst du deine Produkte selbst lagern, verpacken und versenden.

FBA bedeutet Fulfillment by Amazon. Mit dieser Option kümmert sich Amazon um deine gesamten logistischen Aufgaben, einschließlich Lagerung, Verpackung, Versand und Kundenservice.

Du musst deine Produkte nur an ein Amazon Warenhaus schicken, den Rest erledigt Amazon für dich.

Der Hauptvorteil von Amazon FBA ist, dass Seller mehr Zeit haben, ihr Unternehmen und ihre Marke aufzubauen.

Allerdings müssen FBA Seller mehr Amazon Gebühren bezahlen als Verkäufer, die Amazon FBM verwenden.

Amazon berechnet FBM Sellern die folgenden Gebühren:

  • Gebühren für Amazon Seller Account
  • Vermittlungsgebühren

Darüber hinaus müssen FBA Seller ebenfalls die folgenden Gebühren bezahlen:

  • Fulfillment-Gebühren
  • Lagergebühren

Sowohl FBA- als auch FBM Seller müssen zusätzliche Gebühren zahlen, z.B. wenn eine Rückerstattung erfolgt. In unserem Artikel über Amazon Gebühren kannst du mehr darüber erfahren.

Der Nachteil von eBay’s Auktionsmodell

Wenn du eBay’s Auktionsmodell verwendest, kannst du den Verkaufspreis deines Produkts nicht kontrollieren.

Folglich hast du keine Kontrolle über deine Gewinnmarge und kannst dein Unternehmen nicht so leicht skalieren.

Auf Amazon kannst du feste Preise festlegen. So kannst du deine Gewinnmarge kontrollieren und einfacher dein Unternehmen skalieren.

Natürlich kannst du auch Festpreisangebote auf eBay veröffentlichen, aber diese sind schwerer zu verkaufen, da Kunden auf eBay nach etwas Billigem suchen.

Kunden wollen neue Ware auf Amazon kaufen

Im Vergleich zu eBay kaufen die meisten Kunden auf Amazon lieber neue Produkte ein. Laut einer Studie von Feedvisor beginnen 66% der Befragten ihre Suche nach neuen Produkten im Normalfall auf Amazon.

Da der Verkauf von neuen Produkten von Vorteil ist, wenn du ein Unternehmen aufbauen willst, könnte Amazon der bessere Marktplatz für dich sein.

Prime Mitglieder geben mehr Geld auf Amazon aus

Eine weitere Sache, die Amazon von eBay abhebt, ist Amazon Prime. Prime ist ebenfalls einer der Hauptgründe, warum Amazon einen so großen Kundenstamm und eine so hohe Kundenzufriedenheit hat.

Prime-Mitglieder zahlen eine monatliche Gebühr und erhalten im Gegenzug einen kostenlosen Versand innerhalb von zwei Tagen, einen kostenlosen Versand noch am selben Tag für ausgewählte Artikel und viele andere Vorteile.

Der Vorteil für Amazon Seller ist, dass Prime-Mitglieder durchschnittlich 1.400 USD pro Jahr auf Amazon ausgeben, und Non-Prime-Mitglieder nur etwa 600 USD.

Wenn man bedenkt, dass es allein in den USA 112 Millionen Prime-Mitglieder gibt, ist das ein enormer Vorteil für Verkäufer auf Amazon.

Du kannst dein Geschäft international expandieren

Du kannst dein Amazon Business auf andere Amazon Marktplätze ausweiten. Wenn du beispielsweise damit beginnst, auf Amazon.uk zu verkaufen, kannst du später auf Amazon.com verkaufen.

Hier ist ein Überblick über alle Amazon Marktplätze:

  • Amazon Australien
  • Amazon Brasilien
  • Amazon Kanada
  • Amazon China
  • Amazon Frankreich
  • Amazon Deutschland
  • Amazon Indien
  • Amazon Italien
  • Amazon Japan
  • Amazon Mexiko
  • Amazon Spanien
  • Amazon Großbritannien
  • Amazon Vereinigte Staaten

Auf Amazon kannst du alles verkaufen

Während du auf eBay nur normale Produkte verkaufen kannst, kannst du auf Amazon beinahe alles verkaufen. Amazon bietet enorm viele Möglichkeiten um Geld zu verdienen.

Folgendes kannst du auf Amazon verkaufen:

  • Produkte
  • Services
  • Handwerksdienstleistungen
  • Selbstgestaltete T-Shirts
  • Software, Apps, ect.

Wir haben einen ausführlichen Artikel über alle Möglichkeiten um auf Amazon Geld zu verdienen geschrieben.

Amazon vs eBay: Vorteile von eBay

Wenn du gebrauchte Produkte verkaufen willst, ist Amazon nicht der beste Marktplatz. eBay hingegen ist der beliebteste Online Marktplatz, um verwendete Produkte zu verkaufen.

Wenn du also gebrauchte Produkte verkaufen willst, empfehle ich dir, diese auf eBay zu verkaufen.

Die einzige Ausnahme ist der Verkauf von gebrauchten Bücher. Amazon ist in den meisten Fällen der bessere Ort, um gebrauchte Bücher zu verkaufen – logisch, weil Amazon als Online-Buchhandlung startete.

Du musst weniger Gebühren bezahlen

Bei dem Vergleich der Verkaufsgebühren von Amazon und eBay, muss man die Gebühren für den FBA Service außer Acht lassen.

Als FBM Seller musst du die folgenden Gebühren bezahlen:

  • Professioneller Seller Account – $39,99 pro Monat
  • Vermittlungsgebühren – etwa 15% mit einem Minimum von $0,30

Mit dem Professional Seller Account kannst du 100.000 kostenlose Listings einstellen – und noch mehr, wenn du regelmäßig Verkäufe machst.

Als eBay Seller musst du die folgenden Gebühren bezahlen:

  • Einstellungsgebühren – etwa $0,35 pro Angebot und Kategorie
  • Final Value Fees – etwa 10%-15% des Verkaufspreises

Die Einstellgebühren musst du bezahlen, wenn du ein Angebot auf eBay veröffentlichst, und die Final Value Fees, wenn du einen Verkauf abschließt.

Wenn du einen eBay Store einrichtest, kannst du eine bestimmte Anzahl von monatlichen Angeboten kostenlos veröffentlichen. Das Basic Store kostet 28 USD pro Monat und bietet dir 250 kostenlose Angebote. Das teuerste Paket ist der Anchor Store für 350 USD pro Monat.

In der Vergangenheit mussten eBay Seller PayPal-Gebühren in Höhe von 2,9 % plus 0,30 $ bezahlen. Seit der Einführung von eBay Managed Payments muss man diese Gebühren jedoch nicht mehr berücksichtigen. Allerdings hat eBay die Final Value Fees von ~10% auf ~12,5% erhöht.

Vergleicht man die Gebühren von Amazon mit den eBay Gebühren, gibt es kaum einen Unterschied. Allerdings kann eBay manchmal etwas günstiger sein.

Weniger Konkurrenz auf eBay

Amazon hat weltweit 6.4 Millionen Händler, von denen 1,5 Millionen aktiv auf dem Marktplatz verkaufen. Allein 2021 haben sich 543.000 neue Händler auf dem Marktplatz angemeldet. (Marketplace Pulse, 2021)

Die Konkurrenz auf Amazon ist riesig, besonders wenn es um die Amazon Buy Box geht. Obwohl es so viele Händler gibt, erwirtschaftet ein winziger Teil dieser einen erheblichen Teil des Gesamtumsatzes.

Weniger als einer von zehn aktiven Amazon Sellern macht mehr als 100.000 USD Umsatz pro Jahr, und nur ein Prozent macht 1 Million USD oder mehr Umsatz pro Jahr.

Obwohl es bei eBay 25 Millionen Händler gibt, sind die meisten von dieser Händlern Kleinverkäufer.

Es gibt so viele Menschen, die irgendwann einmal ein paar alte Sachen loswerden wollten und diese bei eBay verkauft haben.

Generell kann man sagen, dass es auf eBay weniger Konkurrenz gibt als auf Amazon.

Weniger Aufwand um international zu verkaufen

Mit Amazon kannst du auf 18 Marktplätzen verkaufen, aber du benötigst für jeden Marktplatz ein eigenes Konto.

Die Ausnahmen sind Europa mit fünf Marktplätzen und Nordamerika mit den Marktplätzen USA, Kanada und Mexiko.

Da du für jeden Marktplatz ein eigenes Konto benötigst, ist dein Feedback ebenfalls getrennt, was es für Amazon Seller schwierig macht, lokal eine Marke aufzubauen.

Im Vergleich dazu benötigst du nur ein eBay-Konto, um auf 23 Seiten in über 100 Ländern zu verkaufen. Der internationale Handel mit eBay ist daher sehr einfach gestaltet.

eBay bietet ebenfalls ein globales Versandprogramm an. Du musst deine Produkte nur an ein eBay Warenhaus schicken, und eBay versendet diese an deine Kunden.

Und jetzt kommt das Beste: Das globale Versandprogramm von eBay ist kostenlos.

Amazon vs. eBay: Zusammenfassung

Schlussendlich hängt es von deinem Geschäftsmodell, deinen Zielen und deinen Präferenzen ab, welche Plattform du wählen solltest. Wir hoffen, dass dieser Artikel dir dabei hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.

Hier sind die Gründe, warum Amazon eine bessere Lösung für dich sein könnte:

  • Amazon ist der beliebteste Online Marktplatz
  • Die Kunden vertrauen Amazon
  • Du kannst Amazon Seller Tools nutzen
  • Amazon hat ein stärkeres Wachstum
  • Amazon bietet einen Fulfillment Service

Und hier sind die Gründe, warum eBay eine bessere Lösung für dich sein könnte:

  • Gebrauchte Produkte sind bei eBay sehr beliebt
  • Du musst weniger Gebühren zahlen
  • Auf eBay gibt es weniger Konkurrenz
  • Der internationale Handel auf eBay erfordert weniger Arbeit

Wenn du die Vorteile beider Ecommerce Marktplätze nutzen willst, solltest du deine Produkte auf beiden Marktplätzen – Amazon und eBay – verkaufen.

Moritz Bauer
Moritz Bauer
Moritz Bauer studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der HTWG in Konstanz. Im Alter von 16 Jahren baute er seinen ersten Online-Shop. Jetzt vermittelt er Unternehmen, wie sie ihr Geschäft online aufbauen können.

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