Amazon FBA Zertifikate: Alles Wissenswerte im Überblick

Du bist in das Amazon FBA Business eingestiegen, hast deinen Großhändler gefunden und bist bereit, dein Produkte online zu verkaufen? – Dann hast du den größten Aufwand schon hinter dir. Vergiss jedoch nicht, dass du mit deinem Online-Shop rechtlich auf der sicheren Seite stehen solltest. Ansonsten kann es im schlimmsten Fall zu hohen Bußgeldern und Strafen kommen. Dazu gehört, dass du die notwendigen Zertifikate besitzt. Das klingt erstmal kompliziert und nach viel Papierkram, ist aber eigentlich garnicht so schwer.

Dies gilt nicht nur für Neueinsteiger in der E-Commerce Branche, es ist ebenfalls für erfahrene Seller essenziell, um einen Online Handel in Kooperation mit Amazon zu betreiben. Du als Private Label Seller trägst nämlich die volle Verantwortung für die Ware, die du importierst. Bestimmte Produktkategorien erfordern sogar spezifische Zertifikate.

Wenn du alles über diese Zertifikate erfahren möchtest und dich fragst, welche die Wichtigsten sind, lies dir diesen Artikel bis zum Ende durch. So solltest du genau wissen, was dein nächster Schritt sein sollte.

Was sind Zertifikate?

Alle Produkte, die in der EU auf den Markt kommen, müssen bestimmte Richtlinien erfüllen und gesetzeskonform sein. Du solltest also sicherstellen, dass deine Produkte schon zum Zeitpunkt des Imports diese Vorgaben einhalten. Das kann durch bestimmte Zertifikate nachgewiesen werden.

Ein Zertifikat ist ein offizielles Dokument, welches wie ein Ausweis für deine Produkte fungiert. Auf diesem Dokument steht, dass das jeweilige Produkt alle Normen zum Import und Verkauf erfüllt und somit sicher ist. Zertifikate können grundsätzlich nur von einem zugelassenen Prüfinstitut ausgestellt werden.

Seit Januar 2002 gilt in Europa die sogenannte Richtlinie 2001/95/EG über die allgemeine Produktsicherheit. Diese stellt sicher, dass alle in Europa hergestellten und gehandelten Produkte den Anforderungen gerecht werden und somit sicher für die Verbraucher sein müssen.

Die wichtigsten Zertifikate und Richtlinien

Es gibt viele verschiedene Zertifikate und du solltest dich dringend informieren, zu welcher Produktkategorie deine Ware gehört. Nur so kannst du die richtigen Zertifikate beantragen, bevor du dein mit dem Verkauf beginnen kannst.

Um dir jedoch einen solide Basis an Informationen zu geben, haben wir dir hier die relevantesten Zertifikate und Richtlinien zusammengestellt. Diese sind insbesondere für Private Label Seller von großer Bedeutung und meistens muss mindestens eins dieser Beispiele in Betracht gezogen werden:

  1. LFGB – Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch
  2. CE – Kennzeichnung
  3. REACH – Betrifft die Europäische Chemikalienverordnung
  4. RoHS – Bei der Verwendung bestimmter Gefahrenstoffe
  5. FSC – Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft
  6. Oeko-Tex – Betrifft hauptsächlich Textilien

LFGB – Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch

Die Vorgaben des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) stellen die Sicherheit von Nahrung und Produkten, die in den Kontakt mit Lebensmitteln und Schleimhäuten kommen, her. Wird ein Produkt diesen Anforderungen nicht gerecht, kann dieses eine Gefahr für die Verbraucher sein.

Dementsprechend benötigst du als Amazon Händler unter anderem für die folgenden Produkte und Produktkategorien ein LFGB Zertifikat:

  • Küchenprodukte, Küchenhelfer und alle Gegenstände die in Lebensmittelkontakt kommen (z.B. Knoblauchpresse, Messer)
  • Verpackung für Kosmetik (z.B. Dosen, Schachteln, Gläser)
  • Produkte aus dem Bereich Lebensmittel und Nahrungsergänzungen
  • Pflanzen & pflanzliche Produkte (z.B. Samen, Öle usw.)
  • Haustierzubehör (z.B. Spielzeug, Futter, Decken, Körbchen)
  • Beauty, Körperpflegeprodukte und alle Gegenstände die mit den Schleimhäuten in Berührung kommen (z.B. Zahnbürsten, Kämme)
  • Spielzeug und Scherzartikel (alle Arten von Spielwaren, zusätzlich sind bei Kinderspielwaren weitere Anforderungen zu beachten (z.B. EN71)
  • Kleidung & Accessoires (z.B. Armbänder, Brillengestelle, Perücken, Masken, Bettwäsche, künstliche Wimpern, Haarteile)
  • Reinigung- und Pflegemittel, die für den häuslichen Bedarf gedacht sind

Weitere Beispiele für Bedarfsgegenstände nach dem LFGB findest du auf der Informationsseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz.

Dieses Zertifikat musst du auf der Verpackung oder eben auf dem Produkt angegeben. Falls dein Produkt also in diese Kategorie fällt, vergiss nicht es mit dem LFGB Siegel zu versehen. Informiere dich immer gut, denn es kann auch Ausnahmen geben. So braucht beispielsweise eine Zahnbürste kein LFGB Zertifikat.

Doch wie erlangst du dieses Zertifikat? Mit diesen 3 Schritten ist dein Produkt nach dem LFGB zertifiziert:

  1. Prüfbericht von akkreditiertem Prüflabor durchführen lassen
  2. Nach bestandener Prüfung Konformitätserklärung anhand der einschlägigen Verordnungen und Richtlinien erstellen
  3. Kennzeichnung nach LFGB am Produkt/Verpackung anbringen

Tipp: Falls du dir unsicher bist, ob dein Produkt ein LFGB Zertifikat benötigt, kannst du dich an großen Marken orientieren. Artikel, die über ein LFGB Zertifikat verfügen, sind immer mit dem typischen Symbol (Weinglas & Gabel) gekennzeichnet.

LFGB Zertifikat

CE – Kennzeichnung

Anders als das LFGB, ist die CE – Kennzeichnung kein einzelnes Zertifikat, sondern eine Kennzeichnung eines Produktes. Das CE-Zeichen auf einem Produkt zeigt an, dass dieses die spezifischen Produktanforderungen erfüllt. Du als Hersteller oder Inverkehrbringer des Produktes musst dafür sorgen, dass die Anforderungen allesamt eingehalten werden und dein Produkt richtig mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet wird. Oftmals sind diese Bedingungen in Normen (DIN oder EN) oder in Gesetzen (z.B. Elektrogesetz) geregelt.

Bei den folgenden Produktgruppen gilt immer eine CE-Kennzeichnungspflicht:

  • Elektronikgeräte jeglicher Art (Staubsauger, Ladekabel, Kaffeemaschine)
  • Maschinen (Motoren, Bohrmaschine, Waschmaschine)
  • Druckgeräte
  • Schutzausrüstung (Masken, Arbeitsschuhe, Chemieschutzanzug)
  • Spielzeug (Spielfiguren, Spielbälle, Brettspiele)
  • Sportboote
  • und vieles mehr…

Wichtig dabei ist, dass die CE-Kennzeichnung die Größe von 5 mm nicht unterschreitet. Sie sollte gut sichtbar und in den richtigen Proportionen auf dem Produkt bzw. auf der Produktverpackung angebracht sein.

Generell ist es dem Hersteller möglich, das Prüfprotokoll des Produktes vorzunehmen und zu überprüfen. Dazu sollte dieser über das entsprechende Fachwissen verfügen. Da es oft nicht der Fall ist, stehen dem Hersteller akkreditierte Prüflabore zur Verfügung, die für ihn die Risikobewertung durchnehmen. Das führt meist zu sehr hohen Kosten. Du hast die Möglichkeit, selbst nach Angeboten eines Prüflabors zu schauen. Im Herstellungsland des Produktes, meist in China, findest du einige dieser Labore, die für gewöhnlich um einiges günstigere Angebote machen. Doch auch in Deutschland kannst du bei Prüfstellen nach unverbindlichen Angeboten fragen.

Wie finde ich heraus, welche CE-Kennzeichnung mein Produkt benötigt?

Wenn du dir diese Frage stellst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du die Sache angehen kannst.

Bestelle ein vergleichbares Produkt

Zuerst einmal könntest du ähnliche, bereits existierende Produkte kaufen bzw. bestellen, um zu sehen, welche Kennzeichnung diese haben. Hier bietet es sich an, wenn möglich, ein Produkt eines großen Markenherstellers auszuwählen. Dieser hat Erfahrung und du kannst dir sicher sein, dass das Produkt die richtige CE-Kennzeichnung hat. So kannst du bei Unsicherheiten nochmal checken, ob du dein Produkt richtig gekennzeichnet hast.

In den meisten Fällen steht sogar auf der Verpackung, nach welchen Normen das Produkt hergestellt wurde.

Schreibe den Verkäufer an

Außerdem kannst du einen Verkäufer desselben Produkts aus Sicht eines Kunden kontaktieren. Du könntest fragen, welche Zertifikate sein Produkt hat und auf welche geltenden Normen und Rechtsvorschriften es getestet wurde. Hierbei musst du aufpassen. Sei dir immer erst sicher, dass dein Ansprechpartner auch wirklich Ahnung hat und verlasse dich nie zu 100% auf die Aussagen von Anderen.

Frage deinen Hersteller

Ein Hersteller sollte natürlich weitaus fundiertere Antworten geben können, da er mehr Erfahrungen mit dem Produkt und den damit verbundenen Rechtsvorschriften hat. Doch auch hier darfst du deiner Kontaktperson nicht blind vertrauen. Selbst wenn du von dem Hersteller ein Dokument bekommst, solltest du es vorher immer auf seine Echtheit überprüfen. Denn mit der Corona Krise sind z.B. Hersteller auf Masken mit gefälschten Zertifikaten umgestiegen.

Nutze einen Dienstleister

Die sicherste Methode, damit du dir bei deinem Kennzeichen wirklich sicher bist, ist einen externen Dienstleister zu beauftragen. Besonders bei komplexeren Produkten, wie z.B. Elektronikgeräte, macht es Sinn, sich diese zusätzliche Unterstützung zu holen. Neben dem CE-Kennzeichen kann er dir bei weiteren Vorschriften und Richtlinien zu deinem Verkauf behilflich sein.

Ich kann dir den Service von ProductIP empfehlen. ProductIP stellt dir alle wichtigen Informationen bezüglich der Anforderungen für dein Produkt zusammen. Nun ist es nur noch deine Aufgabe, sicherzustellen, dass dein Produkt alle Anforderungen erfüllt und die richtigen Zertifikate und Dokumente zu besorgen.

CE Kennzeichnung

REACH – Verordnung

Nach der REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) müssen Hersteller und Importeure unter gewissen Voraussetzungen die verwendeten Stoffe bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) melden oder sogar registrieren lassen. Gerade in der Chemie kann es dazu kommen, dass gefährliche Substanzen oder unzulässige Bestandteile in Produkten enthalten sind.

Die REACH Verordnung betrifft nahezu alle Produkte, die Chemikalien enthalten oder damit in Berührung gekommen sein könnten. Dementsprechend ist die Chance, dass dein Produkt von der REACH-Verordnung betroffen ist, sehr hoch. Mittlerweile werden fast 18.000 registrierungspflichtige Stoffe in die EU importiert. Hier sind einige Beispiele aufgelistet:

  • Textilien
  • Lederprodukte
  • Haushaltsgeräte
  • Lebensmittel
  • Spielzeug aller Art
  • Küchenprodukte
  • Kosmetik
  • Elektronikprodukte
  • Haustierzubehör

Anders als bei der CE-Kennzeichnung ist die REACH Verordnung nicht mit einem Zertifikat auf dem Produkt einsehbar. Wenn du also nicht sicher bist, ob für dein Produkt ein REACH Test erforderlich ist, kannst du nicht einfach ein ähnliches Produkt bestellen, um es zu überprüfen. Wir haben dir dennoch zwei Möglichkeiten aufgelistet, um herauszufinden, ob ein REACH Test erforderlich ist.

1. Qualifizierte Anfrage an den Zoll oder TÜV

Du hast die Option, eine sogenannte „qualifizierte Anfrage” per E-Mail an den Zoll oder TÜV zu schicken. Die können dir sagen, ob du für dein Produkt einen REACH Test benötigst. Dafür musst du dein Produkt so präzise wie möglich beschreiben. Welche Beschaffenheit es hat, welche Materialien benutzt wurden und welche Funktion es hat. Bitte dann einfach um die nötige Information, ob ein Test notwendig ist oder nicht.

  • Hier findest du den TÜV
  • Hier findest du den Zoll

Tipp: Falls du eine E-Mail an den Zoll verschickst, nutze die Gelegenheit, um nach der Zolltarifnummer nachzufragen.

2. Frage den Hersteller

Wenn du schon deinen Hersteller und Lieferanten gefunden hast, kannst du diesen ebenfalls fragen, ob dein Produkt den REACH Test bestehen muss. Im besten Fall kann der Hersteller dir den Test direkt zustellen. Achtung: Nicht immer sind diese Tests gültig. Bevor du diesen durchführst, solltest du unbedingt seine Gültigkeit prüfen. Erst danach kannst du in Betracht ziehen, den Test für dein Unternehmen zu verwenden.

Wann muss ich den REACH Test durchführen?

Dieser Prozess sollte spätestens vor dem Import deines Produkts stattfinden. Dementsprechend solltest du erst mit der Massenproduktion anfangen, wenn der Test durchgeführt und bestanden wurde. Ansonsten gehst du das Risiko ein, dass du schon zu Beginn riesige Verluste machst. Regelst du vorher alles, kannst du früh genug reagieren, um beispielsweise bei einem negativen Test deine Materialien anzupassen oder den Hersteller zu wechseln.

Wenn du 100% sicher gehen willst, solltest du den Test bei jeder neuen Bestellung durchführen lassen. So entgehst du dem Haftungsrisiko. Teilweise ändern Hersteller Materialien des Produktes, ohne jegliche Kommunikation.

Was passiert bei einem negativen Test?

Haben deine Produkte den Test nicht bestanden, werden sie nicht für den Verkauf freigegeben. Das kann z.B. an besorgniserregenden Stoffen liegen. Folglich wird dein Produkt entweder in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (kurz SVHC-Liste) oder in die Liste der beschränkten Stoffe (kurz Annex XVII) geschrieben.

SVHC-Liste: In dieser Datenbank befinden sich alle Stoffe, die in irgendeiner Art und Weise schädlich sind. Wird in diesem Produkt ein solcher Stoff gefunden, musst du eine Zulassung beantragen. Um den Aufwand zu vermeiden, solltest du nach einer anderen Herstellungsmöglichkeit suchen.

Annex XVII: In dieser Liste befinden sich alle Stoffe, die ein hohes Risiko für Gesundheit und/oder Umwelt darstellen. Der Import dieser Stoffe ist entweder beschränkt oder sogar verboten. Sollte ein solcher Stoff gefunden werden, ist die Produktion mit diesem Material sinnlos. Ein Beschränkungsverfahren ist enorm aufwendig und macht für Private Label Seller überhaupt keinen Sinn.

RoHS – Richtlinie

Diese Richtlinie deckt alle gefährlichen oder unzulässigen Stoffe in Elektrogeräten ab. Sie werden unter anderem auf schädliche Metalle und Weichmacher überprüft. Gemäß den Vorschriften müssen Elektrogeräte jeglicher Art getestet werden. Diese können beispielsweise den folgenden Produktkategorien angehören:

  • Haushaltsgroßgeräte (z.B. Spülmaschine, Kühlschrank)
  • Haushaltskleingeräte (z.B. Kaffeemaschine, Haarfön, Radio)
  • IT- und Telekommunikationsgeräte (z.B. Handy, Fernbedienung)
  • Geräte der Unterhaltungselektronik (z.B. Computer, Spielekonsolen)
  • Beleuchtungskörper (z.B. LEDs und Glühbirnen)
  • Elektrische und elektronische Werkzeuge (z.B. elektrische Heckenschere)
  • Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte (z.B. Laufband, Hanteln)
  • Medizinische Geräte (z.B. Alkoholtester, Blutdruckgerät)
  • Überwachungs- und Kontrollinstrumente

Hier kannst du dir relativ sicher sein, dass dein Produkt in diese Kategorie fällt, wenn es elektronisch ist. Bist du dir noch immer unsicher, ob es nach RoHS getestet werden muss, kannst du auch hier die bereits erwähnten Methoden anwenden und eine „qualifizierte Anfrage” an den TÜV stellen.

FSC – Zertifizierung

Der Unterschied zu den anderen Zertifizierungen ist, dass die FSC Zertifizierung freiwillig ist. FSC steht für Forest Stewardship Council, wobei es sich um eine Non-Profit-Organisation handelt, welche das erste System für die Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft geschaffen hat.

Dieses Zertifikat hat zum Ziel, dass das erworbene Holz durch nachhaltige Waldnutzung erworben wurde. Die Forstbetriebe sollen den ökonomischen, ökologischen und sozialen Verpflichtungen nachkommen. Wenn du mit deinem Produkt für nachhaltige Methoden wirbst, überzeugst du deine Kunden mit einem entsprechenden Siegel umso mehr.

Mit der FSC Zertifizierung können zum Beispiel folgende Produkte versehen werden:

  • Möbel
  • Gartenausstattung
  • Holzdeko
  • Schneidebretter
  • usw.

Sei dir bewusst, dass du für das FSC Zertifikat bei der FSC registriert sein musst. Außerdem müssen alle Teilnehmer in deiner Produktionskette FSC zertifiziert sein. Ob dies der Fall ist und du das Siegel für deine Produkte verwenden kannst, erfährst du auf der offiziellen Internetseite.

FSC Siegel

Oeko-Tex

Die Oeko-Tex Zertifizierung ist hauptsächlich für Textilien zuständig. Hierbei geht es nicht nur um die Bestandteile (Fasern, Garne, Gewebe, Leder, usw.) und dass diese nicht gesundheitliche Schäden verursachen, sondern auch um eine faire Zusammenarbeit mit den Fachkräften in den Produktionsstätten. Es sollen sozial- und umweltverträgliche Produktionsbedingungen geschaffen werden.

Genau wie die FSC Zertifizierung ist auch das Oeko-Tex Siegel freiwillig und wird durch eine Non-Profit-Organisation vergeben.

Hauptsächlich konzentriert dieses Siegel sich auf Textilien und Leder, die entweder aus Kunststoffen bestehen oder natürlicher Basis entstammen. Für die einzelnen Materialarten gibt es unterschiedliche Zertifizierungen von Oeko-Tex:

  • Standard 100 by Oeko-Tex (für alle Textilien wie z.B. Socken)
  • Leather Standard by Oeko-Tex (für alle Lederprodukte wie z.B. Schuhe)
  • Made in Green by Oeko-Tex (für alle Textilien, welche den Standard 100 erfüllen und zusätzlich aus nachhaltigen Produktionen stammen)
  • STeP by Oeko-Tex (Zertifizierung von Unternehmen für nachhaltige und sozialverträgliche Produktionsbedingungen)

Das Standard 100 by Oeko-Tex Siegel wird hierbei am meisten vergeben. Es zeigt, dass dein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist. Alle Siegel gelten für eine Dauer von einem Jahr. Es ist sehr empfehlenswert, das eigene Unternehmen mit der STeP by Oeko-Tex Zertifizierung auszustatten, um noch mehr Kunden von deiner Idee zu überzeugen und um dein Produkt attraktiver zu machen. Alle weiteren Informationen zu diesem Siegel findest du auf der offiziellen Website.

Konformitätserklärung

Abschließend benötigst du für dein Produkt eine Konformitätserklärung, die zeigt, dass dein Produkt allen relevanten Richtlinien entspricht und somit als sicher gilt. Musst du also mindestens ein Zertifikat für dein Produkt beantragen, dient die Konformitätserklärung als Bestätigung, dass dein Produkt die Bedingungen der Zertifikate erfüllt.

Wie genau diese Erklärung auszusehen hat, ist nicht vorgegeben. Im Internet findest du jedoch zahlreiche Vorlagen, mit denen das Erstellen einer Konformitätserklärung vereinfacht werden sollte. Danach musst du diese nur noch ausfüllen, unterschreiben und speichern, um es eventuell an den Zoll zu schicken, der diese anfordern könnte. Vergiss diesen Aspekt nicht, da du ohne unterschriebene Konformitätserklärung dein Produkt nicht innerhalb der EU verkaufen darfst.

So könnte eine solche Konformitätserklärung aufgebaut sein:

Konformitaetserklaerung

Fazit – Amazon FBA Zertifikate

Es ist nicht allzu lange her, dass Amazon FBA Seller vor dem Beantragen von Zertifikaten zurückgeschreckt sind. Obwohl es heutzutage um einiges einfacher und schneller ist, Zertifikate zu erlangen, versuchen die meisten FBA Seller diesen Arbeitsschritt so schnell wie möglich abzuhaken. Die Vorteile werden völlig außer Acht gelassen.

Hast du nämlich viele Zertifikate für dein FBA Produkt, spricht das nicht nur von hoher Qualität. Je mehr Zertifikate du für dein Produkt besitzt, desto weniger Konkurrenz hast du. Die meisten Seller würden nämlich den Verkauf von Produkten bevorzugen, für die es nicht so viele Vorschriften gibt. Nutze besonders die Möglichkeit der freiwilligen Zertifikate. Sie können dir den extra USP geben, um selbst in deinem Markt zu dominieren. 

FAQ – Amazon FBA Zertifikate

Für welche Produkte brauche ich Zertifikate?

Fast jedes Produkt benötigt entsprechende Zertifikate, um deren Sicherheit und Qualität zu überprüfen. Wobei einige Zertifikate nur für spezifische Produktkategorien erforderlich sind, umfassen Siegel wie die CE-Kennzeichnung ein breites Spektrum an Produkten. Sei dir also bei deinem Produkt bewusst, in welche Kategorie es gehört, um die richtigen Richtlinien zu befolgen. Bei Unsicherheit empfiehlt es sich, ein ähnliches Produkt zum Vergleich zu bestellen.

Falls du noch auf der Suche nach einem richtigen Produkt bist, um mit deinem Amazon FBA Business durchzustarten, dann solltest du dir den Artikel zum Thema Amazon FBA Produkte finden anschauen. Dort werden dir die besten Strategien für die Produktrecherche vorgestellt.

Wie bekomme ich ein Reach Zertifikat?

Um dir dein REACH Zertifikat zu organisieren, kannst du zunächst bei einem akkreditiertem Prüflabor nachfragen, welche Testungen für dein Produkt durchgeführt werden müssen. Dafür bieten sich TÜV, SGS oder der Zoll an.

Die eigentliche Überprüfung kannst du dann entweder einem Labor in Deutschland oder einem Labor im Herstellungsland überlassen, indem du Samples an das Prüflabor schickst. In China bspw. gibt es dazu zahlreiche Anbieter.

Sobald du den Bericht des Tests zugeschickt bekommen hast, kannst du mit diesem bei der ECHA (European Chemicals Agency) deine REACH Registrierungsnummer beantragen.

Wie lange dauert es bis ich ein Zertifikat bekomme?

Die Dauer kann je nach Produkt sehr variieren. Es kommt auf die Komplexität deines Produktes an. Auf je mehr Faktoren dein Produkt überprüft werden muss, desto länger kann der Test im Prüflabor dauern. Um genauere Angaben zu bekommen, kannst du das zuständige Prüflabor anfragen. Die können dir meist eine Zeitspanne nennen, in der die Überprüfung abgeschlossen sein wird.

Woher bekomme ich die Zertifikate für meine Produkte?

Deine Zertifikate kannst du von jeder zugelassenen Prüfstellen bekommen. Allgemein sind z.B. der TÜV, QIMA, SGS und INTERTEK seriöse Anlaufstellen, um dein Produkt testen zu lassen. Diese Prüflabore müssen auch nicht in Deutschland sein, du kannst auch direkt im Herstellungsland nach Prüfstellen suchen. Viele findest du bspw. in China, wo ein Großteil der Produkte hergestellt werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Kosten für die Zertifizierung meist geringer als in Deutschland sind.

Was passiert, wenn mein Produkt die erforderlichen Zertifikate nicht hat?

In der EU gelten Richtlinien und Vorschriften, die in jedem Fall beachtet werden müssen. Kann dein Produkt diese nicht einhalten, darfst du es nicht verkaufen. Du solltest also darauf achten, dass dein Produkt dementsprechend sicher ist. Versuche in diesem Fall zu einem Hersteller zu wechseln, der die Richtlinien befolgt. Bei Gefährdung durch dein Produkt kannst du davon ausgehen, dass die Produkthaftpflichtversicherung nicht greift.

Was kostet mich ein Zertifikat?

Die Kosten variieren mit der Komplexität deines Produktes. So müssen für manche Produkte drei verschiedene Zertifikate angefordert werden, die alle ihren Preis haben. Auch gibt es Unterschiede bei den Tests in den Prüflaboren. Wenn dein Produkt aus mehreren Teilen und Materialien besteht, müssen diese im einzelnen überprüft werden. Frage am besten bei verschiedenen Prüfstellen nach Angeboten und vergleiche diese. Generell bewegen sich die Kosten für die Zertifikate in diesem Rahmen:

  • LFGB: 400 – 2.000€
  • CE: 100 – 800€
  • REACH: 20 – 300€
  • RoHS: 80 – 600€
  • FSC: 20 – 300€

Benötige ich immer ein Zertifikat?

Sei dir bewusst, dass du für die Sicherheit deines Produktes verantwortlich bist, wenn du deine Produkte außerhalb der EU herstellen lässt. Es gibt nur sehr vereinzelt Ausnahmeprodukte, die keine Zertifikate benötigen. In den meisten Fällen braucht man sogar mehr als ein Zertifikat.

Mila Pollmeier
Mila Pollmeier
Mila Pollmeier ist eine Marketing Managerin bei smartminded. Schwerpunktmäßig beschäftigt sie sich mit Amazon Marketing Strategien. In ihrer Freizeit liest sie gern Bücher und sammelt Airline Miles.

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